K. 300

Gavotte in B-Dur, K. 300

di Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart with Golden Spur medal, 1777
Mozart wearing the Order of the Golden Spur, 1777 copy

Mozarts Gavotte in B-Dur (K. 300) ist ein knappes orchestrales TanzstĂŒck aus seinem Pariser Aufenthalt 1778, entstanden, als er 22 Jahre alt war. Als kurzes, in sich geschlossenes StĂŒck (48 Takte) ĂŒberliefert, scheint sie derselben Theaterwelt anzugehören wie seine Ballett- und Pantomimenmusik jener Saison und wird hĂ€ufig—mit Vorsicht—mit Les petits riens in Verbindung gebracht.

Hintergrund und Kontext

1778 hielt sich Mozart in Paris auf, auf der Suche nach einer Anstellung und mit Kompositionen fĂŒr den französischen Geschmack—wĂ€hrend er zugleich eine schwierige, unruhige Phase des Reisens und beruflicher Unsicherheit durchlief. Neben grĂ¶ĂŸeren öffentlichen Projekten schrieb er auch kurze, funktionale StĂŒcke, die sich fĂŒr theatralische Unterhaltung und gesellschaftliches Tanzen eigneten. Die Gavotte in B-Dur, K. 300 ist als solch eine Miniatur erhalten: ein einsĂ€tziges OrchesterstĂŒck, in autographen Quellen bewahrt und in der Neuen Mozart-Ausgabe unter den „Pantomimen und Ballette“ ĂŒberliefert.[1]

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Mehrere Autoren haben vorgeschlagen, das StĂŒck könne mit Mozarts Pariser Ballett Les petits riens (uraufgefĂŒhrt am 11. Juni 1778) zusammenhĂ€ngen, vielleicht als unbenutzter oder „verworfen“ gebliebener Tanzsatz; der Zusammenhang ist hinsichtlich Chronologie und Gattung plausibel, wird jedoch nicht einhellig als gesichert dargestellt.[2][3]

Musikalischer Charakter

Die Besetzung ist zurĂŒckhaltend und in der Klangfarbe typisch französisch-klassisch: HolzblĂ€ser: 2 Oboen, 2 Fagotte; BlechblĂ€ser: 2 Hörner (in E♭); Streicher: Streicher.[1] Entsprechend der höfischen Herkunft der Gavotte strahlt die Musik eher eine gefasste, beschwingte Eleganz aus als dramatischen Konflikt. Ihre KĂŒrze (48 Takte) begĂŒnstigt eine straffe, symmetrische Anlage: ein helles B-Dur-GerĂŒst, klare Phrasierung und eine ĂŒberwiegend homophone, vom Tanzimpuls getragene Textur, in der die BlĂ€ser den Streicherklang stĂŒtzen und aufhellen.[1]

Auf so engem Raum zeigt sich dennoch Mozarts Theaterinstinkt: Der rhythmische Schwung des Tanzes steht im Zentrum, und die Instrumentation—besonders Oboen und Hörner—verleiht dem Ganzen einen sanft zeremoniellen Schimmer, der sich in einem szenischen Divertissement oder als Zwischenmusik zwischen dramatischen Szenen bestens gemacht hĂ€tte.[1]

Stellung im Köchelverzeichnis

K. 300 steht inmitten der Pariser Werke von 1778, die Mozart dabei zeigen, wie rasch er sich lokalen Gattungen und AuffĂŒhrungskontexten anpasste—von öffentlicher Konzertmusik bis zu bĂŒhnenbezogenen TĂ€nzen. Als knappe orchestrale Gavotte bietet es einen kleinen, aber aufschlussreichen Einblick, wie souverĂ€n er „Gelegenheits“-Musik schreiben konnte: direkt, stilvoll und theaterbereit.[2]

[1] IMSLP work page (basic work data, 48-bar length, instrumentation details, NMA/Beinecke references).

[2] Beinecke Library (Yale), “Music in the Beinecke” highlight noting Mozart’s Gavotte in B♭, K. 300 and its possible relation to *Les petits riens* (Paris, 1778).

[3] Wikipedia: *Les petits riens* (context for the ballet and a reported scholarly proposal linking K. 300 to it).