Zwölf Variationen für Clavier in C-Dur (zweifelhaft), K. 659
von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Zwölf Variationen für Clavier in C-Dur (K. 659) sind ein überliefertes Tastenwerk, das auf 1771 datiert wird; die Zuschreibung gilt jedoch als zweifelhaft. Mit Mozarts Mailänder Aufenthalt im Alter von 15 Jahren verbunden, steht es für die damals modische Variationsgattung – bleibt aber am Rand des Kanons, weil die erhaltenen Quellen die Autorschaft nicht zweifelsfrei sichern.
Hintergrund und Kontext
1771 befand sich Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) im Alter von 15 Jahren in Mailand, in einer Phase, die von italienischen Aufträgen und höfischen Festlichkeiten geprägt war, darunter Arbeiten im Umfeld von Ascanio in Alba, K. 111 [1]. Die heute als Twelve variations on an instrumental movement in C for Clavier, K. 659, katalogisierte Folge ist überliefert (Überlieferung: erhalten), wird in der modernen Referenzkatalogisierung jedoch als von zweifelhafter Echtheit eingestuft [1]. Mit anderen Worten: Das Werk ist unter Mozarts Namen tradiert (der Quellentitel nennt ihn sogar „Del Sigre Wolfg: Amade Mozart“), doch die Forschung beurteilt die Zuschreibung mit Vorsicht [1].
Musikalischer Charakter
K. 659 ist ein Thema-und-Variationen-Zyklus für Solotasteninstrument (Clavier) in C-Dur, angelegt als „Thema“ plus zwölf Variationen [1]. Auch ohne biografische Deutung legt bereits die Gattung ihre wahrscheinliche Funktion nahe: Ein klares harmonisches und periodisches Gerüst wird immer wieder durch Veränderungen von Figuration, Lage und Satztechnik neu gefasst – genau jene erfinderische Oberflächen-Neukomposition, die Variationen für Tasteninstrumente im späten 18. Jahrhundert so beliebt machte [1]. Sollte das Stück tatsächlich vom jugendlichen Mozart in Mailand stammen, fügte es sich selbstverständlich neben seine frühe Virtuosität im Schreiben brillanter, publikumswirksamer Tastenmusik ein, während er zugleich italienische Eleganz und Linienklarheit aufnahm.
[1] International Mozarteum Foundation (kv.mozarteum.at), work entry for K. 659 (status, key, dating, instrumentation, source title/description).