Fuge fĂŒr Klavier in G-Dur, K. 375g
von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Fuge fĂŒr Klavier in G-Dur (K. 375g) ist ein kurzes, unvollendetes kontrapunktisches Fragment aus etwa 1776â77, entstanden, als er ungefĂ€hr 20 Jahre alt war. Trotz ihres bescheidenen Umfangs gewĂ€hrt sie einen aufschlussreichen Einblick in den jungen Komponisten, der am Tasteninstrument die gelehrte Technik der Fuge erprobt.
Hintergrund und Kontext
1776 war Mozart als 20-jĂ€hriger Hofmusiker in Salzburg tĂ€tig, eingebunden in einen stetigen Strom von AuftrĂ€gen und praktischen Verpflichtungen, wĂ€hrend er zugleich jenes kompositorische Handwerk verfeinerte, das in seinen reifen Wiener Jahren bald voll erblĂŒhen sollte. Die Fuge fĂŒr Klavier in G-Dur (K. 375g) wird im Allgemeinen auf etwa 1776â77 datiert und ist nur als unvollstĂ€ndiges Fragment ĂŒberliefert, was eher auf eine Arbeitsniederschrift oder Studie als auf ein ausgearbeitetes KonzertstĂŒck hindeutet [1]. In der gröĂeren Perspektive fĂŒgen sich solche kurzen Fugenfragmente in Mozarts nur gelegentliche BeschĂ€ftigung mit strengem Kontrapunkt ein, bevor er sich 1782 in Wien (angeregt durch Baron van Swieten) sehr viel intensiver mit Bach und HĂ€ndel auseinandersetzte [2].
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Musikalischer Charakter
Auf dem Papier zeigt K. 375g eine gedrĂ€ngte Fugenexposition in G-Dur: Ein Thema wird schlicht vorgestellt und dann imitatorisch beantwortet, wobei sich der Satz rasch zu einer mehrstimmigen Schreibweise verdichtet, wie sie fĂŒr den Klavierfugenstil typisch ist [3]. Die Anlage wirkt eher nĂŒchtern als virtuosâweniger auf brilliante Figuration als auf saubere StimmfĂŒhrung und das geordnete Schichten der EinsĂ€tze bedachtâsodass die Aufmerksamkeit der Hörenden auf das GesprĂ€ch der Linien gelenkt wird. Selbst in fragmentarischem Zustand zeigt das StĂŒck, wie Mozart damit experimentiert, durch sequenzielle Fortspinnung und eng gesetzte imitatorische EinsĂ€tze die Bewegung aufrechtzuerhaltenâeine technische Disziplin, die spĂ€ter seine gröĂeren Fugen und fugierten Finali in Kammer- und Orchesterwerken tragen sollte.
[1] PianoLibrary work page for Fugue in G major, KV Anh. 41/375g (date range; notes that the piece is incomplete; edition pointers).
[2] Siegbert Rampel, âMozart und die Orgelâ (PDF) â discussion of Mozartâs early fugue fragments including KV Anh. 41 (375g) and uncertainty about organ vs. keyboard context; mentions van Swieten and later counterpoint study.
[3] Mutopia Project LilyPond edition PDF: âFugue fragment Anh. 41 (375g)â â notated music for the fragment, used here to describe musical features visible in the score.




