K. 375d

Fuge in G-Dur für zwei Klaviere (Fragment), K. 375d

par Wolfgang Amadeus Mozart

Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

Mozarts Fuge in G-Dur für zwei Tasteninstrumente (Fragment), K. 375d (K⁶.375d), ist eine einseitige kontrapunktische Skizze, die mit Wien und der Mitte der 1780er-Jahre in Verbindung gebracht wird – jener Zeit, in der der 29-jährige Komponist neben seinen gefeierten Klavierkonzerten auch gelehrte Stile erkundete. Erhalten ist nur ein kurzer, unvollendeter Ansatz; dennoch erlaubt er einen Blick darauf, wie Mozart für eine Zwei-Klavier-Textur in streng imitatorischem Kontrapunkt dachte.

Was bekannt ist

Erhalten ist nur eine kurze, unvollständige Fuge, notiert für zwei Tasteninstrumente (heute oft auf zwei Klavieren realisiert). In der Neuen Mozart-Ausgabe erscheint sie unter den Werken für zwei Tasteninstrumente als „Fugue in G for two claviers (fragment)”, K. Anh. 45 (375d) und nimmt in der Inhaltsübersicht des Bandes eine einzige Seite ein. [1] Derselbe NMA-Band weist das Werk als Teil von NMA IX/24/1 (herausgegeben von Ernst Fritz Schmid) aus und bezeichnet es ausdrücklich als Fragment für „two Keyboards.” [2]

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Zur Aufführungsgeschichte ist wenig bekannt; das Stück ist vor allem durch die kritische Edition sowie durch Faksimile- und Notenwiedergaben präsent, die über Referenzportale wie IMSLP verbreitet werden. Dort wird es als ein unvollständiger Satz in G-Dur geführt, für 2 pianos gesetzt, und mit dem NMA-Druck in Verbindung gebracht. [3]

Musikalischer Gehalt

Das Manuskript bietet den Beginn einer Fuge: ein knappes Thema, das imitatorisch vorgestellt und beantwortet wird; die Besetzung für zwei Tasteninstrumente ermöglicht dabei eine klare Trennung der Stimmen (statt der bei einem einzelnen Instrument nötigen Kompromisse durch Handkreuzungen). Die erhaltene Notation legt nahe, dass Mozart weniger an einem fertig ausgearbeiteten Konzertstück interessiert war als am Handwerk selbst – am Erproben von umkehrbarem Kontrapunkt und strettaartiger Verdichtung innerhalb eines hellen G-Dur-Rahmens. In Wien stehen solche „gelehrten“ Experimente ganz selbstverständlich neben seiner stärker auf Öffentlichkeit zielenden Tastenmusik dieses Jahrzehnts und verweisen auf jene gesteigerte kontrapunktische Souveränität, die in späteren Werken hörbar wird, in denen die Fuge zu einem dramatischen, formbildenden Mittel wird (auch wenn – wie hier – die Idee auf der Skizzenseite stehen bleibt).

[1] Digital Mozart Edition (NMA TOC): NMA IX/24/Abt. 1, lists “Fugue in G for two claviers (fragment) K. Anh. 45 (375d)” on p. 50.

[2] New Mozart Edition (English front matter PDF) for NMA IX/24/1, showing the contents list including “Fugue in G for two Keyboards (fragment) KV App. 45 (375d).”

[3] IMSLP work page: “Fugue in G major, K.Anh.45/375d,” gives key, instrumentation (2 pianos), and status as a single incomplete movement, with NMA edition details.