K. Anh.C 17.12

Divertimento Nr. 5 in C-Dur (K. Anh.C 17.12)

von Wolfgang Amadeus Mozart

Posthumous portrait of Mozart by Barbara Krafft, 1819
Mozart, posthumous portrait by Barbara Krafft, 1819

Divertimento Nr. 5 in C-Dur (K. Anh.C 17.12) ist als Suite aus acht Nummern fĂŒr eine ungewöhnlich hell strahlende, zeremonielle BlĂ€ser- und Schlagzeugbesetzung ĂŒberliefert: zwei Flöten, fĂŒnf Trompeten und Pauken. Obwohl das Werk lange unter dem Namen Wolfgang Amadeus Mozart kursierte, gilt es heute allgemein als unecht und wird hĂ€ufig vielmehr als Bearbeitung beschrieben—wahrscheinlich von Leopold Mozart—von TĂ€nzen Josef Starzers und Christoph Willibald Glucks [1].

Hintergrund und Kontext

K. Anh.C 17.12 lĂ€sst sich in Mozarts Biographie nicht verlĂ€sslich verorten: Es gibt weder ein belastbares Datum noch einen Entstehungsort, und auch keine authentifizierenden Dokumente, die das StĂŒck mit Wolfgang Amadeus Mozarts kompositorischem Schaffen verbinden. Moderne Nachschlagewerke behandeln die Musik meist als Bearbeitung bereits vorhandenen theatralischen Tanzmaterials (in den frĂŒheren Nummern Josef Starzer, in den spĂ€teren Christoph Willibald Gluck), wobei Leopold Mozart hĂ€ufig als Bearbeiter/Abschreiber genannt wird—und nicht Wolfgang [1][2].

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Musikalischer Charakter

Was sich mit Sicherheit beschreiben lĂ€sst, ist die Klangwelt, die die Partitur nahelegt. Die Besetzung—zwei Flöten, fĂŒnf Trompeten (einige Stimmen in C und D) und Pauken—weist auf den Einsatz im Freien oder bei zeremoniellen AnlĂ€ssen hin: brillanter Trompetensatz ĂŒber einer rhythmischen, oft fundamentbildenden Paukenstimme [1]. Das Werk ist als acht kurze SĂ€tze angelegt und wirkt damit eher wie eine Abfolge von TĂ€nzen und Marschnummern als wie ein groß angelegtes, in sich geschlossenes Divertimento [1].

Die ĂŒberlieferten Quellen sind unvollstĂ€ndig (in manchen Abschriften fehlen einzelne Nummern), was den Eindruck verstĂ€rkt, dass es sich um eine praktische Zusammenstellung handelt und nicht um ein einheitlich konzipiertes, autoriales „Divertimento“ [1]. In Farbe und Funktion steht die Suite in der Tradition der Harmoniemusik des 18. Jahrhunderts und der festlichen Trompetenband-Praxis—Musik mit klaren Konturen, markanten Kadenzen und unmittelbarer Wirkung im öffentlichen Raum.

Stelle im Katalog

FĂŒr Hörerinnen und Hörer, die „Mozarts Divertimenti“ erkunden, nimmt K. Anh.C 17.12 eine Sonderstellung ein: Sein Reiz liegt weniger in der Entwicklung von Mozarts reifem Stil als in der breiteren Kultur der Epoche, populĂ€re BĂŒhnentĂ€nze fĂŒr bĂŒrgerliche und höfische AnlĂ€sse zu arrangieren und neu zu instrumentieren—hier unter Mozarts Namen tradiert, jedoch am plausibelsten mit Leopold Mozart sowie Musik von Starzer und Gluck verbunden [1][2].

[1] IMSLP work page: authorship note (arrangement by Wolfgang or Leopold Mozart of music by Starzer and Gluck), instrumentation (2 flutes, 5 trumpets, timpani), 8 movements, and notes on incomplete sources/copies.

[2] University of Rochester / Eastman School of Music (Sibley Music Library) record: identifies the set as 8 pieces from a group once ascribed to Mozart; states first five pieces by Josef Starzer and last three by C.W. Gluck; references Köchel (7th ed.) pages.