Divertimento Nr. 5 in C-Dur (K. Anh.C 17.12)
von Wolfgang Amadeus Mozart

Divertimento Nr. 5 in C-Dur (K. Anh.C 17.12) ist als Suite aus acht Nummern für eine ungewöhnlich hell strahlende, zeremonielle Bläser- und Schlagzeugbesetzung überliefert: zwei Flöten, fünf Trompeten und Pauken. Obwohl das Werk lange unter dem Namen Wolfgang Amadeus Mozart kursierte, gilt es heute allgemein als unecht und wird häufig vielmehr als Bearbeitung beschrieben—wahrscheinlich von Leopold Mozart—von Tänzen Josef Starzers und Christoph Willibald Glucks [1].
Hintergrund und Kontext
K. Anh.C 17.12 lässt sich in Mozarts Biographie nicht verlässlich verorten: Es gibt weder ein belastbares Datum noch einen Entstehungsort, und auch keine authentifizierenden Dokumente, die das Stück mit Wolfgang Amadeus Mozarts kompositorischem Schaffen verbinden. Moderne Nachschlagewerke behandeln die Musik meist als Bearbeitung bereits vorhandenen theatralischen Tanzmaterials (in den früheren Nummern Josef Starzer, in den späteren Christoph Willibald Gluck), wobei Leopold Mozart häufig als Bearbeiter/Abschreiber genannt wird—und nicht Wolfgang [1][2].
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Musikalischer Charakter
Was sich mit Sicherheit beschreiben lässt, ist die Klangwelt, die die Partitur nahelegt. Die Besetzung—zwei Flöten, fünf Trompeten (einige Stimmen in C und D) und Pauken—weist auf den Einsatz im Freien oder bei zeremoniellen Anlässen hin: brillanter Trompetensatz über einer rhythmischen, oft fundamentbildenden Paukenstimme [1]. Das Werk ist als acht kurze Sätze angelegt und wirkt damit eher wie eine Abfolge von Tänzen und Marschnummern als wie ein groß angelegtes, in sich geschlossenes Divertimento [1].
Die überlieferten Quellen sind unvollständig (in manchen Abschriften fehlen einzelne Nummern), was den Eindruck verstärkt, dass es sich um eine praktische Zusammenstellung handelt und nicht um ein einheitlich konzipiertes, autoriales „Divertimento“ [1]. In Farbe und Funktion steht die Suite in der Tradition der Harmoniemusik des 18. Jahrhunderts und der festlichen Trompetenband-Praxis—Musik mit klaren Konturen, markanten Kadenzen und unmittelbarer Wirkung im öffentlichen Raum.
Stelle im Katalog
Für Hörerinnen und Hörer, die „Mozarts Divertimenti“ erkunden, nimmt K. Anh.C 17.12 eine Sonderstellung ein: Sein Reiz liegt weniger in der Entwicklung von Mozarts reifem Stil als in der breiteren Kultur der Epoche, populäre Bühnentänze für bürgerliche und höfische Anlässe zu arrangieren und neu zu instrumentieren—hier unter Mozarts Namen tradiert, jedoch am plausibelsten mit Leopold Mozart sowie Musik von Starzer und Gluck verbunden [1][2].
[1] IMSLP work page: authorship note (arrangement by Wolfgang or Leopold Mozart of music by Starzer and Gluck), instrumentation (2 flutes, 5 trumpets, timpani), 8 movements, and notes on incomplete sources/copies.
[2] University of Rochester / Eastman School of Music (Sibley Music Library) record: identifies the set as 8 pieces from a group once ascribed to Mozart; states first five pieces by Josef Starzer and last three by C.W. Gluck; references Köchel (7th ed.) pages.




