K. Anh.C 16.02

Kirchensonate in D-Dur (K. Anh.C 16.02) — unechte Zuschreibung an W. A. Mozart

von Wolfgang Amadeus Mozart

Miniature portrait of Mozart, 1773
Mozart aged 17, miniature c. 1773 (attr. Knoller)

Die Kirchensonate in D-Dur (K. Anh.C 16.02) ist eine kleine Salzburger Epistelsonate aus dem Jahr 1774, die lange Zeit mit Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) in Verbindung gebracht wurde, heute jedoch weithin als unecht gilt—vermutlich ein Werk seines Vaters Leopold Mozart. Sie existiert nur am Rand des Mozart-Kanons und lĂ€sst sich am besten als Teil der praktischen liturgischen Instrumentaltradition Salzburgs verstehen, nicht als Bestandteil von Wolfgangs gesicherter Folge von Kirchensonaten.

Was bekannt ist

Eine in Salzburg auf 1774 datierte Kirchensonate in D-Dur ist im Köchel-Anhang als K. Anh.C 16.02 verzeichnet und dort als tatsĂ€chlich von Leopold Mozart und nicht von Wolfgang beschrieben.[1] Auf IMSLP erscheint das StĂŒck unter Mozarts Namen, jedoch mit dem ausdrĂŒcklichen Hinweis (unter Berufung auf Grove), die Zuschreibung sei „spurious“ und das Werk werde Leopold zugeschrieben.[2]

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1774 war der 18-jĂ€hrige Wolfgang in Salzburg aktiv und komponierte in großem Umfang (darunter geistliche Musik und Orchesterwerke), was erklĂ€rt, wie eine kurze, funktionale Kirchensonate in der Überlieferung in seinen Umkreis geraten konnte.[3] Ein gesicherter moderner Konsens zĂ€hlt K. Anh.C 16.02 nicht zu den authentischen Salzburger Kirchensonaten Wolfgangs.

Musikalischer Inhalt

Wie viele Salzburger Epistelsonaten gilt das Werk als kurzes, einsĂ€tziges instrumentales Zwischenspiel, das innerhalb der Messe Verwendung fand—typischerweise mit Orgel und Streichern (und in manchen FĂ€llen zusĂ€tzlichen BlĂ€sern).[3] Über die Tonart D-Dur und den liturgischen Typus hinaus sind in allgemein zugĂ€nglichen Nachschlagequellen kaum problemlos zitierbare Angaben zu thematischem Material, Formplan oder exakter Besetzung zu finden; in der Praxis wird es als ein kompaktes, zweckmĂ€ĂŸiges StĂŒck fĂŒr den Gottesdienst verstanden, das zu Leopolds handwerklichem Profil und zu den Salzburger BedĂŒrfnissen passt.[2]

[1] Köchel catalogue table entry noting Anh.C 16.02 as a church sonata in D major, actually by Leopold Mozart (French-language reference table).

[2] IMSLP work page: Church Sonata in D major, K. Anh.65a/124A — notes (via Grove) that attribution to Mozart is spurious and considered by Leopold Mozart.

[3] Wikipedia overview: Mozart’s Church Sonatas (epistle sonatas) — liturgical function and typical forces/context for Salzburg church sonatas.