Bearbeitung von 6 PrÀludien und Fugen von J. S. und W. F. Bach (K. Anh.C 21.02)
von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Bearbeitung von 6 PrĂ€ludien und Fugen von J. S. und W. F. Bach (K. Anh.C 21.02) ist ein zweifelhafter Wiener Eintrag, auf 1782 datiert und vermutlich mit seiner BeschĂ€ftigung mit barocker Kontrapunktik im Alter von 26 Jahren verbunden. Was die Ăberlieferung erkennen lĂ€sst, deutet weniger auf ein âorchestralesâ Werk als vielmehr auf eine kammermusikalisch dimensionierte Transkriptionspraxis hin, wie sie mit K. 404a verbunden ist.
Was bekannt ist
Der Eintrag im Köchel-Anhang K. Anh.C 21.02 beschreibt eine Bearbeitung von sechs jeweils gekoppelten PrĂ€ludien und Fugen, Wolfgang Amadeus Mozart (1756â1791) zugeschrieben und auf Wien 1782 datiert.[1] In heutiger AuffĂŒhrungs- und Referenzpraxis ĂŒberschneidet sich diese Beschreibung mit der bekannteren Sammlung, die unter K. 404a kursiert: sechs dreistimmige Fugen (nach Johann Sebastian Bach und Wilhelm Friedemann Bach), verbunden mit sechs langsamen PrĂ€ludien (Adagio, Largo), von denen einige als neu komponierte Einleitungen gelten.[2]
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Die Instrumentation von K. Anh.C 21.02 selbst ist in der Katalognotiz nicht zuverlĂ€ssig dokumentiert; die parallele Tradition von K. 404a ist hingegen ausdrĂŒcklich fĂŒr Streichtrio (Violine, Viola, Violoncello) ausgewiesen.[2] Da der Eintrag als zweifelhaft gilt, bleiben Einzelheiten wie ein Autograph, eine genaue Besetzung ĂŒber die allgemeine Bezeichnung âBearbeitungâ hinaus sowie eine definitive Liste der zugrunde liegenden Vorlagen mangels eindeutig identifizierter PrimĂ€rquelle ungesichert.
Musikalischer Inhalt
Sofern K. Anh.C 21.02 dasselbe musikalische Objekt wie K. 404a bezeichnet, ist die musikalische Idee ebenso schlicht wie aufschlussreich: gelehrte dreistimmige Fugen aus dem Bach-Repertoire werden fĂŒr Streicher eingerichtet, und jeder wird eine langsame Einleitung vorangestellt, die Satz und Klangbild vorbereitet und das Ohr der Hörenden auf strengen Kontrapunkt einstimmt.[2] Diese Verbindung von Technik im âalten Stilâ mit einem deutlich klassisch geprĂ€gten Sinn fĂŒr KantabilitĂ€t, harmonische Disposition und instrumentale Farbigkeit fĂŒgt sich stimmig in Mozarts Wiener Situation des Jahres 1782, als er sich neben seinen eigenen Kompositionsvorhaben aktiv fugenartige Modelle aneignete.[3]
[1] Wikipedia: Köchel catalogue table listing Anh.C 21.02 (arrangement of 6 preludes and fugues; Vienna 1782).
[2] IMSLP: Preludes and Fugues, K.404a â instrumentation (string trio) and note that most fugues are arrangements after J.S./W.F. Bach; adagios as introductions.
[3] Bach Cantatas Website: overview of Mozartâs Bach arrangements/transcriptions, including the set described as 6 preludes and fugues for string trio (ex-K. 404a).




