Die Liebesprobe (K. Anh.C 6.01) — ein zweifelhaftes Wiener Komödienprojekt
沃尔夫冈·阿马德乌斯·莫扎特

Mozarts Die Liebesprobe (K. Anh.C 6.01) ist ein schattenhafter Eintrag im Umfeld Wiens des Jahres 1787, als der 31-jährige Komponist auf dem Höhepunkt seiner Theaterkunst stand. Das Erhaltene deutet nicht auf eine vollendete komische Oper im üblichen Sinn, sondern auf Material aus der Tradition von Ballett-Pantomime bzw. Pasticcio, die vorhandene Nummern weiterverwertete.
Hintergrund und Kontext
K. Anh.C 6.01 wird in der modernen Katalogisierung mit einem Wiener Theatermilieu des Jahres 1787 in Verbindung gebracht – einem Jahr, in dem Mozart intensiv für die Bühne arbeitete und eng mit dem praktischen Theaterleben der Stadt verbunden war (Wiederaufnahmen, Bearbeitungen und funktionale Gelegenheitsstücke neben seinen großen Projekten). Der Titel Die Rekrutierung oder Die Liebesprobe ist nicht als sicher dokumentiertes, uraufführungsreifes Singspiel überliefert, sondern in einer Gestalt, die eher auf Tanztheater weist: ein Ballett-Divertissement oder eine Pantomime, zusammengestellt aus bereits existierender Musik statt aus einer neu komponierten, durchgehenden dramatischen Partitur.[1]
As an Amazon Associate we earn from qualifying purchases.
In diesem Sinn steht das Werk am Rand dessen, was man gewöhnlich unter „einer Mozart-Oper“ versteht. Statt einer geschlossenen Zusammenarbeit mit einem Librettisten und einer vollständigen Vokalpartitur passen die Indizien besser zu der Wiener Vorliebe für flexible Bühnenunterhaltungen – Musik, die je nach Abend und Besetzung zugeschnitten, entlehnt und umgestellt wurde, wobei sich manchmal nur ein sehr begrenzter autorlicher Anteil überhaupt eindeutig auf Mozart zurückführen lässt.[1]
Was erhalten ist
Mit einiger Sicherheit beschreiben lässt sich nicht ein Operntext und auch kein Satz ausgearbeiteter Arien, sondern eine Spur überlieferter Instrumentalnummern, die mit dem Titel verknüpft sind. Im thematischen Katalog des Mozarteums wird mindestens ein Stück, das zu Die Rekrutierung oder Die Liebesprobe „gehört“, als Marsch in D-Dur geführt, instrumentiert für ein kompaktes Theaterorchester des späten 18. Jahrhunderts: Piccolo, 2 Oboen, 2 Fagotte, 2 Clarini (Trompeten), Pauken und Streicher.[2]
Als erhaltenes „Seitenmaterial“ ist das aufschlussreich. Ein Marsch ist funktionale Bühnenmusik – brauchbar für Auftritte, zeremonielle Bewegungen oder Szenenwechsel – und seine Besetzung (insbesondere Trompeten und Pauken) entfaltet eine öffentliche, quasi-militärische Brillanz, die zum Anwerbungs- (Rekrutierung)thema passt, das der Titel nahelegt.[2]
Wissenschaftlicher Kontext
Aktuelle Referenzbeschreibungen behandeln Die Rekrutierung oder Die Liebesprobe als Pasticcio – als Zusammenstellung und nicht als Komposition aus einer Hand – und ordnen es damit den zweifelhaften oder zusammengesetzten Stücken zu, die mit Mozarts Namen verbunden sind.[1] Daraus folgt, dass Die Liebesprobe am besten nicht als verschollene „unbekannte Oper“ aus Mozarts reifer Wiener Zeit verstanden wird, sondern als problematische theatralische Etikettierung, unter der Musik (zumindest teilweise von Mozart, zumindest teilweise möglicherweise arrangiert oder entlehnt) für den Aufführungsgebrauch zirkulierte.
Dennoch erklärt die zeitliche Nähe zu Mozarts stärksten komisch-theatralischen Jahren, warum ein solcher Titel an sein Umfeld andocken konnte: Wien in den späten 1780er Jahren belohnte Komponisten, die prägnante, unmittelbar wirkungsvolle Theatermusik liefern konnten – sei es für ein Meisterwerk der Charakterzeichnung und des Ensembles, sei es für den flinken, prozessionalen Nutzwert eines Marsches.[2]
As an Amazon Associate we earn from qualifying purchases.
[1] International Mozarteum Foundation, Köchel Verzeichnis entry for KV Anh. C 6.01: Die Rekrutierung oder Die Liebesprobe (classified as a ballet-pantomime/pasticcio).
[2] International Mozarteum Foundation, Köchel Verzeichnis entry KV 603/01 (March in D major) listed as belonging to Zwei Kontretänze / ballet-divertissement Die Rekrutierung oder Die Liebesprobe; includes instrumentation details.







