K. Anh.C 3.42

Adoramus te in c-Moll (K. Anh.C 3.42)

von Wolfgang Amadeus Mozart

Posthumous portrait of Mozart by Barbara Krafft, 1819
Mozart, posthumous portrait by Barbara Krafft, 1819

Adoramus te, Christe in c-Moll (K. Anh.C 3.42) ist als erhaltenes, vollstĂ€ndiges Motett ĂŒberliefert, das lange Wolfgang Amadeus Mozart zugeschrieben wurde, heute jedoch als unecht gilt, nĂ€mlich als Werk des italienischen Komponisten Quirino Gasparini (1721–1778) [1]. Obwohl es in sekundĂ€ren Katalogisierungen gelegentlich irrtĂŒmlich unter Klavierwerken gelandet ist, weisen die erhaltenen Quellen auf ein kurzes geistliches ChorstĂŒck in einer kargen c-Moll-Klangwelt hin [1].

Was bekannt ist

K. Anh.C 3.42 wird im Online-Köchelverzeichnis der Stiftung Mozarteum als „Adoramus te, Christe“ ĂŒberliefert und gefĂŒhrt: ein Motett in c-Moll fĂŒr Chor und Basso von Quirino Gasparini; als „Verfasser der Abschrift“ ist Leopold Mozart genannt [1]. Der AuthentizitĂ€tsstatus ist dort ausdrĂŒcklich vermerkt: „falsch zugeordnet“ (d. h. frĂŒher Mozart zugeschrieben) [1]. Auch IMSLP fĂŒhrt das StĂŒck unter Gasparinis Namen, weist auf die Ă€ltere Mozart-Zuschreibung (K. 327 / K⁶ Anh. A 10) hin und nennt als Besetzung gemischten Chor mit Orgel/Continuo [2].

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Praktisch bedeutet das: Dieses „Mozart“-StĂŒck passt nur mittelbar in Mozarts Biografie. Es dokumentiert eher, was die Mozarts kopierten, auffĂŒhrten oder schĂ€tzten, als das, was Wolfgang selbst komponierte. Datum und Ort der Abschrift sind in den öffentlich zugĂ€nglichen Katalogzusammenfassungen nicht verlĂ€sslich gesichert und sollten, ohne Einsicht in die ausfĂŒhrlichen Quellenbeschreibungen im Archiv, als unbekannt gelten [1].

Musikalischer Inhalt

Das erhaltene Werk ist ein knappes lateinisches Motett (Adoramus te, Christe) in c-Moll, geschrieben fĂŒr gemischten Chor mit StĂŒtze durch Basso/Orgel-Continuo [1] [2]. Der Affekt ist entsprechend bußfertig und zurĂŒckgenommen; es wirkt weniger wie ein konzertierendes Salzburger KirchenstĂŒck als wie eine strenge liturgische Äußerung: ĂŒberwiegend akkordischer Chorsatz, sorgfĂ€ltige Textdeklamation und eine Harmonik, die sich eher auf das rhetorische Gewicht der Kadenzen im Mollmodus stĂŒtzt als auf instrumentale Farbe.

Da das Werk nicht von Mozart stammt, „antizipiert“ es keine konkrete spĂ€tere Entwicklung in seinem Klaviersatz; sein Interesse im Mozart-Kontext liegt vielmehr in der Überlieferung selbst—als Beispiel fĂŒr ein Repertoire, das im Umfeld des Mozart-Haushalts zirkulierte und in spĂ€teren Generationen mit Wolfgangs eigener Stimme verwechselt werden konnte [1].

[1] International Mozarteum Foundation (KV online): KV Anh. C 3.42 — “Adoramus te, Christe” in C minor; authenticity and transmission; credits Gasparini as composer and Leopold Mozart as copyist/transcriber.

[2] IMSLP work page (older Mozart attribution K. 327 / K⁶ Anh. A 10): scoring and basic catalog identifiers; presents the piece under Quirino Gasparini.