K. Anh.C 8.48

Wiegenlied („Schlafe, mein Prinzchen“) in B-Dur (K. Anh.C 8.48)

볼프강 아마데우스 모차르트 작

Posthumous portrait of Mozart by Barbara Krafft, 1819
Mozart, posthumous portrait by Barbara Krafft, 1819

Das beliebte Wiegenlied Wiegenlied („Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein“, K. Anh.C 8.48) wird traditionell mit Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) in Verbindung gebracht; die moderne Katalogisierung hält diese Zuschreibung jedoch für falsch und verweist stattdessen auf Bernhard Flies. Entstehungszeit und -ort bleiben ungewiss, auch wenn sich die sanfte, strophische Melodie des Liedes zu einer der am weitesten verbreiteten „Mozart“-Weisen entwickelt hat.

Hintergrund und Kontext

Obwohl Schlafe, mein Prinzchen lange unter Mozarts Namen gedruckt und aufgeführt wurde (oft als „K. 350“), wird es heute unter den ihm fälschlich zugeschriebenen Werken geführt (K. Anh.C 8.48). Die Überlieferung verweist auf Abschriften und frühe Drucke, die es als Wiegenlied zu einem Text von Friedrich Wilhelm Gotter ausweisen, „in Musik gesetzt von Flies“ (Bernhard Flies). Der im Köchel-Katalog des Mozarteums dokumentierte Befund umfasst Abschriften, die grob auf etwa 1795–1805 datiert werden, sowie einen frühen Druck von 1828 – nicht aber ein Autograph in Mozarts Handschrift.[1]

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Praktisch bedeutet das: Das Stück lässt sich nicht verlässlich in Mozarts Salzburger oder Wiener Liedschaffen einordnen; vielmehr gehört es in eine spätere Wiegenlied-Tradition, die im 19. Jahrhundert durch populäre Ausgaben und Bearbeitungen dennoch Mozarts Aura in sich aufnahm.[1]

Musikalischer Charakter

Auf dem Notenblatt ist das Lied ein schlichtes deutsches Strophenwiegenlied für Singstimme und Tasteninstrument, so angelegt, dass dieselbe Musik mehrere Strophen tragen kann.[2] Der Ton ist bewusst untheatralisch: eine ruhige, wiegende Vokallinie mit stützender Begleitung, die Legato-Gesang und klare Deklamation über virtuose Zurschaustellung stellt – genau jene häusliche Abendlied-Manier, die eine Verbreitung weit über den ursprünglichen Zusammenhang hinaus begünstigte.[2]

Auch wenn viele heutige Aufführungen das Wiegenlied frei transponieren oder bearbeiten, liegt seine anhaltende Anziehungskraft in der Unmittelbarkeit: kurze Phrasen, vorhersehbare Kadenzen und eine beruhigende, wiegenliedhafte Regelmäßigkeit, die zur Wiederholung einlädt – Eigenschaften, die mit erklären, wie ein bescheidenes Lied unter einem berühmten Namen ein unverhältnismäßig großes Nachleben entfalten konnte.[2]

악보

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[1] Internationale Stiftung Mozarteum (Köchel-Verzeichnis): KV Anh. C 8.48 entry, including authenticity status and transmission notes citing copies and early print identifying Flies.

[2] IMSLP: Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein (Bernhard Flies) — scoring for voice and piano, strophic text/lyrics, and attribution note (formerly attributed to Mozart).