K. Anh.A 54

Grazie agl’inganni tuoi („La libertà a Nice“) — Skizze/Fragment für Vokaltrio und Instrumente (K. Anh.A 54)

沃尔夫冈·阿马德乌斯·莫扎特

Silverpoint drawing of Mozart by Dora Stock, 1789
Mozart, silverpoint by Dora Stock, 1789 — last authenticated portrait

Grazie agl’inganni tuoi (K. Anh.A 54) ist eine kurze, zweifelhafte Skizze bzw. ein Fragment in B♭-Dur, die mit Wien 1787 in Verbindung gebracht und in den Quellen mit dem Sänger Michael Kelly verknüpft wird. Das Erhaltene deutet auf eine geplante Terzetto-Vertonung von Metastasios Canzonetta „La libertà a Nice“ hin; das Stück ist jedoch unvollständig, und seine Autorschaft bleibt unsicher.

Was bekannt ist

Von Grazie agl’inganni tuoi (K. Anh.A 54) hat sich nur ein kurzes Fragment erhalten, überliefert als unvollständiges Terzetto in B♭-Dur. Die moderne Katalogisierung bringt es mit Wien (1787) und mit dem irischen Tenor Michael Kelly (1762–1826) in Verbindung, einem engen Beteiligten in Mozarts Wiener Theaterkreis – doch die genaue Art von Kellys Beziehung (Auftrag, Aufführungsplan oder spätere Erinnerung) lässt sich aus dem Fragment allein nicht belegen.[1]

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Das Textincipit verweist auf Pietro Metastasios Canzonetta „La libertà a Nice“ („Grazie agl’inganni tuoi, / al fin respiro, o Nice…“), ein Gedicht, das im 18. Jahrhundert mehrfach vertont wurde.[2] Die überlieferten Materialien scheinen für eine verlässliche Aufführungsfassung ohne editorische Ergänzungen nicht auszureichen; entsprechend begegnet man dem Werk außerhalb von Referenzverzeichnissen und Fragmentpublikationen nur selten.[3]

Musikalischer Inhalt

Was sich aus Beschreibungen der Quelle erschließen lässt, ist bescheiden, aber aufschlussreich: ein vorgesehenes Vokaltrio (Sopran, Tenor, Bass) mit instrumentaler Begleitung, in B♭-Dur, offenbar als kompaktes, serenadenartiges Stück gedacht und nicht als großes Konzertstück.[1] In Wien 1787 – zwischen Le nozze di Figaro (1786) und Don Giovanni (Uraufführung Oktober 1787) – verstand Mozart es, kleinen vokalen Formen ein deutlich theatrales Profil zu geben; selbst in fragmentarischen Spuren würde man klare Deklamation und rasche Charakterzeichnung erwarten, zumal in einer Ensemblestextur, in der die Stimmen kommentieren, sich überlagern und einander widersprechen können.[2]

[1] Internationale Stiftung Mozarteum, KV Online: entry for K. Anh.A 54 (Michael Kelly), “Grazie agl’inganni tuoi” (terzett fragment; scoring and catalogue notes).

[2] LiederNet Archive: Metastasio, “La libertà a Nice” — full Italian text beginning “Grazie agl’inganni tuoi” (context for the fragment’s incipit).

[3] IMSLP: “Grazie agl’inganni tuoi, K.532/Anh.A 54” — reference page noting incompleteness and providing access to older published materials/editions.