K. 631

Arien für Singstimme und Orchester (verschollen), K. 631

de Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart family portrait by Carmontelle, 1764
The Mozart family in Paris, 1763–64 (Carmontelle)

Mozarts Arien für Singstimme und Orchester (K. 631) bezeichnet eine heute verschollene Gruppe von Vokalstücken, die mit den Jahren seiner großen Reise in Verbindung gebracht wird. Sie werden auf 1765–1766 in London und Den Haag datiert, als Mozart neun Jahre alt war. Es ist kein musikalischer Text überliefert, und der genaue Inhalt des Eintrags – vielleicht sogar sein präziser Umfang als „Sammlung“ – bleibt unklar.

Mozarts Leben zu dieser Zeit

1765 befand sich der neunjährige Wolfgang Amadeus Mozart noch immer auf der ausgedehnten Westeuropa-Reise der Familie Mozart. Ende Juli verließen sie London und reisten weiter in Richtung Niederländische Republik; für August sowie die frühe Septemberhälfte klaffen in der Dokumentation ihrer Route und ihrer täglichen musikalischen Tätigkeit jedoch beträchtliche Lücken.[1] Im Eintrag des Köchel-Verzeichnisses wird K. 631 allgemein auf London und Den Haag (1765–1766) datiert und als vollendetes Werk geführt, dessen Überlieferung vollständig verloren ist.[2]

Musikalischer Charakter

Da K. 631 verschollen ist – ohne Autograph, Abschrift, Incipit, Text oder Besetzung –, lässt sich die Musik selbst nicht in verlässlichen Begriffen beschreiben.[2] Dennoch rückt schon die Einordnung unter Arien, Szenen und Vokalensembles das Werk in die Nähe von Mozarts frühesten Versuchen, in einem theatralisch italienisierenden Idiom zu schreiben: eine Art Stück, das auf Reisen als „mitnehmbarer“ Beleg für Stil, Vokalsatz und die schnelle Aneignung zeitgenössischer Opernweisen dienen konnte.[2] Angesichts dessen, wie häufig Jugendwerke im 18. Jahrhundert kopiert, weitergegeben und später falsch zugeschrieben wurden, ist es ratsam, K. 631 als problematischen Eintrag zu behandeln: vermutlich von Mozart, aber nicht sicher zu charakterisieren – und in der Zuschreibung potenziell fraglich –, bis musikalische Quellen wieder auftauchen.[3]

[1] MozartDocuments.org: diary evidence and itinerary context for the Mozarts’ travel immediately after leaving London (4 Aug 1765).

[2] International Mozarteum Foundation (Köchel-Verzeichnis): K. 631 entry with status (lost), dating (London/The Hague, 1765–1766), and genre placement among arias/scenes/ensembles.

[3] Wikipedia: overview of Mozart works of spurious/doubtful authenticity and common causes of misattribution (useful context for handling uncertain early attributions).