K. Anh.H 24,16

Antiphon in d-Moll, „Quaerite primum regnum Dei“ (K. Anh.H 24,16)

par Wolfgang Amadeus Mozart

Portrait of Mozart aged 13 in Verona, 1770
Mozart aged 13 at the keyboard in Verona, 1770

Mozarts Quaerite primum regnum Dei (K. Anh.H 24,16) ist eine kurze lateinische Antiphon für unbegleiteten SATB-Chor, datiert auf den 9. Oktober 1770 in Bologna, als der Komponist 14 Jahre alt war.[1] Das erhaltene Autograph ist eine winzige Partitur – nur ein einzelnes Blatt –, bietet jedoch einen aufschlussreichen Einblick in Mozarts diszipliniertes kontrapunktisches Studium in Italien.[1]

Hintergrund und Kontext

Im Herbst 1770 hielt sich Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) während seiner Italienreisen in Bologna auf – eine Zeit, die eng mit Studium und Prüfungen im strengen Kontrapunkt verbunden ist.[1] Die Antiphon Quaerite primum regnum Dei – „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes“ (Matthäus 6,33) – ist im Autograph auf den 9. Oktober 1770 datiert.[1]

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Auch wenn es sich um ein kleinformatiges Kirchenstück und nicht um ein repräsentatives Salzburger Werk handelt, ist die Überlieferungslage in einem Punkt eindeutig: Es existiert ein Mozart-Autograph (signiert „Amadeo Wolfgango Mozart mp“), daneben spätere Abschriften und ein früher Druck.[1] Moderne Katalogisierung und Editionen führen das Stück als erhaltene, abgeschlossene Antiphon für vier Stimmen.[1]

Musikalischer Charakter

Für gemischten Chor (SATB) a cappella in d-Moll gesetzt, ist das Stück knapp und vom Text her gedacht – eine Antiphon, die einen einzigen biblischen Satz mit Klarheit vermitteln soll, statt eine weitgespannte musikalische Architektur zu entfalten.[1][2] Die Chorführung betont kontrapunktische Strenge: Die Stimmen greifen in enger Imitation ineinander und steuern auf sorgfältig vorbereitete Kadenzen zu – als würde der junge Komponist die Beherrschung einer gattungsartigen Stimmführung innerhalb eines praktischen liturgischen Rahmens demonstrieren.[3]_Bologna_Museo_Internationale_e_biblioteca_della_musica_di_bologna_28-04-2012.jpg)

So gehört, fügt sich Quaerite primum regnum Dei ganz selbstverständlich in Mozarts italienische Lehrjahre ein: kein Werk theatralischer Kontraste, sondern eine kompakte Übung im gelehrten Stil – ökonomisch, im Affekt ernst und stärker auf Korrektheit und Ausgewogenheit als auf solistische Wirkung angelegt.[1]

[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis entry for K. Anh.H 24,16 (“Quaerite primum regnum Dei”): dating (Bologna, 09.10.1770), key, scoring, autograph/source notes.

[2] IMSLP work page for “Quaerite primum regnum Dei, K.86/73v”: key, date, and unaccompanied SATB choral scoring; links to score scans.

[3] Wikimedia Commons photograph of the Bologna manuscript for “Quaerite primum regnum Dei” (visual evidence of concise autograph score and a cappella choral layout).