K. 672

Alma Redemptoris Mater in F-Dur (verschollen), K. 672

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Mozart with Golden Spur medal, 1777
Mozart wearing the Order of the Golden Spur, 1777 copy

Mozarts Alma Redemptoris Mater in F-Dur (K. 672) ist eine verschollene Salzburger Antiphon, die meist auf 1777 datiert wird und deren Zuschreibung in modernen Referenz-Werkverzeichnissen als zweifelhaft gilt [1]. Heute nur noch dem Titel nach bekannt, verweist sie dennoch auf jene Art knapper, zweckmĂ€ĂŸiger Kirchenmusik, die Mozart mit 21 Jahren zu liefern hatte.

Hintergrund und Kontext

1777 war der 21-jĂ€hrige Wolfgang Amadeus Mozart noch stark von Salzburgs streng reguliertem kirchenmusikalischem Leben geprĂ€gt, in dem kurze lateinische StĂŒcke—Antiphonen, Motetten und knappe Offertoria—praktischen liturgischen Anforderungen und dem lokalen Geschmack entsprechen mussten. K. 672 ist lediglich als Alma Redemptoris Mater (eine marianische Antiphon, die zur Tagzeitenliturgie gehört und im Kirchenjahr saisonal gesungen wird) verzeichnet, doch weder Autograph noch zeitgenössische Abschrift sind erhalten; ĂŒbrig bleiben lediglich dokumentarische Spuren in der Katalogisierung [1] und der weitere liturgische Kontext des Textes selbst [2].

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Das Werk muss zudem als verschollenes StĂŒck zweifelhafter AuthentizitĂ€t betrachtet werden: Ohne Quelle lassen sich weder Mozarts Autorschaft noch eine spĂ€tere Überlieferung anhand von Handschrift, Papier oder Stil ĂŒberprĂŒfen.

Musikalischer Charakter

Von K. 672 ist keine Musik ĂŒberliefert; daher lassen sich Besetzung, Umfang und formale Anlage nicht anhand erhaltener Seiten beschreiben. Dennoch legt die Gattungsbezeichnung „Antiphon“ eine knappe Vertonung des vertrauten lateinischen Textes nahe (statt eines ausgedehnten, mehrsĂ€tzigen marianischen Werks), vermutlich gedacht fĂŒr den Andachtsgebrauch im Salzburger Kirchenalltag und nicht fĂŒr reprĂ€sentative Konzertwirkung [2].

Vor dem Hintergrund von Mozarts bekanntem geistlichem Schaffen der mittleren 1770er Jahre wĂŒrde K. 672—sofern echt—ein weiteres Beispiel fĂŒr seine FĂ€higkeit darstellen, ausdrucksvolle Vokalschrift in einen kleinen liturgischen Rahmen zu verdichten: Musik, die unmittelbar singbar, textverstĂ€ndlich und auf den Gottesdienst zugeschnitten ist, selbst wenn die musikalische Fantasie dabei typisch wach bleibt.

[1] Köchel Catalogue Online (Internationale Stiftung Mozarteum), entry for KV/K. 672 “Alma Redemptoris Mater” (antiphon in F; lost/dubious listing).

[2] Wikipedia: Alma Redemptoris Mater — overview of the Marian antiphon’s liturgical function and seasonal use.