K. 671

Modulierendes PrĂ€ludium (F–e), K. 671 (F-Dur)

von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart with Golden Spur medal, 1777
Mozart wearing the Order of the Golden Spur, 1777 copy

Mozarts Modulierendes PrĂ€ludium (F–e) (K. 671) ist ein kompaktes TastenstĂŒck aus den Jahren 1776–77, das den Hörer von F-Dur in die entfernte Tonregion e-Moll fĂŒhren soll. Bei aller KĂŒrze gewĂ€hrt es einen aufschlussreichen Einblick in Mozarts (damals etwa 20-jĂ€hriges) praktisches, improvisatorisch geprĂ€gtes Denken am Tasteninstrument.

Hintergrund und Kontext

1776 war Mozart zwanzig Jahre alt und noch am Salzburger Hof unter Erzbischof Colloredo angestellt. Er lieferte dort einen stetigen Strom an Kirchenmusik, Serenaden und gelegentlichen Instrumentalwerken, wĂ€hrend er zugleich sein Leben als Tasteninstrumentalist und Improvisator pflegte.[1] Das Modulierende PrĂ€ludium (F–e) (K. 671) wird allgemein auf 1776–77 datiert, doch Entstehungsort und konkreter Anlass sind nicht zuverlĂ€ssig dokumentiert.[2]

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Musikalischer Charakter

Wie der Titel nahelegt, liegt der Hauptzweck des PrĂ€ludiums in der harmonischen Bewegung, nicht in der thematischen Entwicklung. Es beginnt in F-Dur und fĂŒhrt ĂŒber rasche, idiomatische Klaviersatz-Figurationen zu einer Ankunft in e-Moll—einem ungewöhnlich weit entfernten Ziel, das dem kurzen StĂŒck seinen pikanten, erkundenden Charakter verleiht.[2] Der Satz liegt bequem unter den HĂ€nden (gebrochene Akkorde und verbindende Passagen) und deutet damit auf eine BrĂŒckenfunktion hin: ein notiertes Surrogat fĂŒr das, was ein Pianist des 18. Jahrhunderts sonst möglicherweise improvisiert hĂ€tte, um in der AuffĂŒhrung Tonarten oder TonrĂ€ume miteinander zu verknĂŒpfen.[3]

[1] Encyclopedic biography and chronology: Wolfgang Amadeus Mozart (for 1776 Salzburg context and employment).

[2] IMSLP work page: Modulierendes PrĂ€ludium (F–e), K. 671 — key relation and dating (1776/77).

[3] PianoLibrary overview: description of the prelude’s modulating design and editorial notes.