Allegro für Streichquartett g-Moll (Fragment), K. 587a
von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Allegro für Streichquartett in g-Moll (K. 587a) ist ein unvollständiges Spätfragment aus seinen Wiener Jahren von 1789, das nur in skizzenhafter Gestalt überliefert ist. Trotz seines geringen Umfangs deutet das Stück jene konzentrierte, dunkel ausdrucksvolle Quartett-Manier an, die Mozart in den 1780er Jahren verfeinert hatte.
Was bekannt ist
Das Allegro für Streichquartett in g-Moll (K. 587a; auch verzeichnet als K. Anh. 74/587a) ist als zweiseitiges Fragment für die Standardbesetzung des Quartetts – zwei Violinen, Viola und Violoncello – erhalten. Es ist kein vollständiger Satz überliefert, und es gibt keine Hinweise darauf, dass Mozart das Stück vollendete, überarbeitete oder für Druck oder Aufführung vorbereitete; der heutige Zugang erfolgt daher meist über das Fragment, wie es in der Neuen Mozart-Ausgabe abgedruckt und in Faksimile/Scan in großen digitalen Bibliotheken reproduziert ist. Die Datierung auf Wien, 1789 stellt es in Mozarts späte kammermusikalische Jahre, kurz nach den 1789 begonnenen „Preußischen“ Quartetten und unmittelbar vor der letzten Quartettgruppe von 1790 – Umstände, die das Fragment besonders aufschlussreich machen, auch wenn es musikalisch unvollständig bleibt. [1][2]
Musikalischer Gehalt
Das Erhaltene scheint der Beginn eines ersten Satzes (Allegro) in g-Moll zu sein; der Notentext bricht ab, bevor sich eine vollständige formale Anlage sicher bestätigen ließe. Der Umfang des Manuskripts ist zu gering, um verlässlich von einer ausgeführten Sonatensatzform (Exposition–Durchführung–Reprise) zu sprechen, doch schon die Wahl von g-Moll – einer in Mozarts reifem Stil schattierten, spannungsreichen Tonart – weist in Richtung jener dramatischen, kontrapunktisch wachen Quartett-Schreibweise, wie man sie aus seinen besten Kammermusikwerken der 1780er Jahre kennt. Praktisch ist das Stück daher weniger als aufführbares „verlorenes Quartett“ zu verstehen, sondern als Einblick in Mozarts Werkstatt im Jahr 1789: ein ernstes Eröffnungskonzept für vier Streicher, das verlockend unvollendet blieb. [2][1]
[1] IMSLP — String Quartet in G minor, K.Anh.74/587a (Mozart): page with scan information, instrumentation, and NMA reference.
[2] Digital Mozart Edition (Mozarteum) — NMA X/30/4 table of contents listing: “Fragment of a first movement of a quartet in g … K. 587a (Anh. 85; … 1789…).”