Sinfonie Nr. 11 in D

28. Okt. 2025
Sinfonie Nr. 11 in D
School of Verona, attributed to Giambettino Cignaroli (Salo, Verona 1706-1770), Portrait of Wolfgang Amadeus Mozart at the age of 13 in Verona, 1770.

Komposition & Kontext

Die Sinfonie Nr. 11 in D-Dur, KV 84/73q wird traditionell Wolfgang Amadeus Mozart zugeschrieben und dürfte um 1770, möglicherweise während seiner Zeit in Italien (Mailand oder Bologna), als er noch Jugendlicher war. Das Werk gehört zu mehreren Jugendsinfonien, die eine dreisätzige, italienisch geprägte Form teilen, anstelle des späteren viersätzigen Wiener Modells.

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Besetzung

Die Orchestrierung des Werks ist bescheiden: zwei Oboen, zwei Hörner in D (oder in D-Dur) und Streicher (1. und 2. Violinen, Viola, Violoncello/Kontrabass). Einige Quellen nennen einen Generalbass (Cembalo oder Orgel) und möglicherweise eine Verstärkung durch Fagott, wie für die Epoche typisch. Bemerkenswerterweise fehlen Trompeten und Pauken, was den Klang im Vergleich zu einigen anderen frühen „festlichen“ Sinfonien Mozarts leichter macht. Diese intimere Besetzung entspricht der italienischen Ouvertüren-/Sinfonie-Ästhetik der Zeit.

Form & musikalischer Charakter

Die Sinfonie umfasst drei Sätze:

Allegro (D-Dur) – ein flottes Eröffnungssatz im geraden Takt mit einem klaren Thema im galanten Stil und orchestraler Transparenz.

Andante (A-Dur) – langsamer, lyrischer, mit Stimmungsgegensätzen; manche Analytiker vermerken eine „glucksche Anmutung“.

Allegro (D-Dur) – ein schwungvolles Finale, das wiederholte Triolenfiguren zeigt und in seinem Rhythmus Affinitäten zur Opera buffa erkennen lässt.

Stilistisch spiegelt das Werk die Aneignung italienisch geprägten sinfonischen Schreibens durch den jungen Mozart wider: elegant, knapp, mit klaren Texturen und einer Vorliebe für die dreisätzige Ouvertürenform. Aufgrund seiner Kürze und Anlage wird das Stück oft weniger als vollgültige sinfonische Auseinandersetzung und mehr als orchestrales Divertimento oder Ouvertüren-Sinfonie interpretiert.

Unsicherheit der Urheberschaft

Die Zuschreibung des Werks ist unsicher. Obwohl ein frühes Wiener Manuskript es Wolfgang Amadeus Mozart zuschreibt, Abschriften des 19. Jahrhunderts weisen es alternativ Leopold Mozart (seinem Vater) und Carl Ditters von Dittersdorf zu. Der Musikwissenschaftler Neal Zaslaw führte stilistische Vergleiche durch und kam zu dem Schluss, dass Wolfgang von den drei Kandidaten weiterhin der wahrscheinlichste Komponist ist. Das Fehlen einer Autograph-Partitur schwächt die Gewissheit zusätzlich, weshalb die Sinfonie unter Mozarts „Werken von zweifelhafter Echtheit“ geführt wird.

Rezeption & Nachwirkung

Die Sinfonie Nr. 11 hat den regulären Konzertkanon nicht in dem Maße erobert wie Mozarts spätere Sinfonien, besitzt jedoch Wert für Wissenschaftler und Ausführende, die sich für seine frühen Orchesterwerke interessieren. Moderne Ausgaben (etwa die Neue Mozart-Ausgabe) führen das Werk mit dem Hinweis auf seine zweifelhafte Authentizität. Seine kompakte Form – typischerweise etwa 9–12 Minuten – macht es geeignet für die Aufnahme in Einspielungen von Mozarts frühen Sinfonien und bietet einen Einblick in seine Entwicklungsphase als Sinfoniker. Interpretatorische Anmerkungen betonen häufig den opernhaften Charakter (besonders im Finale) und die schlanke Orchestrierung als Teil des italienischen Sinfonienstils.

Quellen

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