
Das Opernhaus Zürich eröffnet seine Saison 2026/27 mit Mozarts Die Zauberflöte, teils unter der Leitung von Tarmo Peltokoski, und rahmt dies mit einer Starbesetzung um Jonas Kaufmann, Anna Netrebko, Lise Davidsen und Elīna Garanča.
Das Opernhaus Zürich eröffnet seine Saison 2026/27 mit Mozarts Die Zauberflöte K. 620. Damit stellt das Haus das Singspiel demonstrativ an den Anfang des neuen Programms und rückt zugleich den finnischen Dirigenten Tarmo Peltokoski innerhalb der Besetzungen im Graben ins Rampenlicht – so die frisch veröffentlichte Saisonankündigung auf der Website des Hauses. Die Saisonwerbung für 2026/27 setzt darüber hinaus auf eine glanzvolle Gästeliste: Jonas Kaufmann, Anna Netrebko, Lise Davidsen und Elīna Garanča werden allesamt als Aushängeschilder im Repertoire des Jahres hervorgehoben.
Die Ankündigung knüpft an ein klares institutionelles Muster an. In den aktuellen Planungen 2024/25 balanciert Zürich bereits Schwergewichte von Verdi und Wagner mit Mozart- und Barocktiteln – eine Mischung, die in der jüngsten Saison-Pressemitteilung ausdrücklich betont wird. Unterlagen des Opernhauses unterstreichen die zentrale Rolle der Philharmonia Zürich und eines breiten klassischen Kerns; vor diesem Hintergrund wirkt die Entscheidung, 2026/27 mit der Zauberflöte zu eröffnen, eher wie eine Konsolidierung denn wie ein Abstecher. Mozart an die zeremonielle Saison-Schwelle zu setzen, liest sich in diesem Kontext als programmatisches Signal: Für ein großes europäisches Haus bleibt der Komponist eine nicht verhandelbare Repertoirewährung.
Peltokoskis Präsenz im Orchestergraben verstärkt dieses Signal. Noch Mitte zwanzig, hat er sich rasch zu einem der gefragtesten jungen Dirigenten Europas entwickelt – mit jüngsten Mozart-Referenzen, zu denen auch Die Zauberflöte-Projekte mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen in Hamburg, Dortmund, Bremen und Bukarest gehören, wie sein Management bei Dorn Music vermerkt. Ein solches Profil zum Saisonauftakt mit einem Repertoirepfeiler zu verbinden, verleiht der vertrauten Partitur eher einen Hauch von Frische als den Charakter von Routine.
Auch das Besetzungsprofil über die Saison hinweg ist für das Mozart-Ökosystem relevant. Kaufmann und Netrebko bleiben starke Publikumsmagnete, selbst wenn sie sich weiter in Richtung Spät-Verdi und Verismo bewegen; Davidsen und Garanča wiederum haben beide neben ihrem schwereren Fach weiterhin aktive Mozart-Portfolios gepflegt. Die Zürcher Unterlagen legen Wert darauf, sie unter den Gästen 2026/27 prominent aufzuführen. Für Hörerinnen und Hörer, die verfolgen, wie internationale Stars Mozart-Rollen auch dann noch berühren, wenn die Stimmen dunkler werden und an Volumen gewinnen, könnte Zürichs Saison zu einem aufschlussreichen Labor werden.
Da das Haus auf seiner digitalen Plattform bereits mehrere Jahre im Voraus detaillierte Kalender anbietet, sollten Mozart-Beobachter damit rechnen, dass konkrete Zauberflöte-Termine und die vollständige Besetzung in den kommenden Monaten veröffentlicht werden. Vorerst ist die Schlagzeile eindeutig: Eines der aktivsten Repertoirehäuser Europas will ein freimaurerisches Märchen-Singspiel den Ton für 2026/27 setzen lassen.