Mozart-Klaviernoten

By Al Barret 16. Apr. 2026
Sheet-music
Close-up of hands playing a spinet piano, black and white
Photo by Darius on Unsplash.

Nur wenige Komponisten haben eine Klavierbibliothek hinterlassen, die so umfangreich und zugleich unerschöpflich lohnend ist wie die von Wolfgang Amadeus Mozart. Über achtzehn Sonaten, siebenundzwanzig Konzerte, fünfzehn Variationszyklen sowie Dutzende Fantasien, Rondos, Menuette und Tänze hinweg umfasst sein Schaffen für Tasteninstrumente die ganze Bandbreite menschlichen Ausdrucks – und nahezu jedes technische Niveau.

Mozart war das Tastenwunder seiner Zeit. Seine ersten Kompositionen – kleine Menuette und Allegros, überliefert im Notenheft seiner Schwester (dem Nannerl Notenbuch, 1761) – stammen aus seinem fünften Lebensjahr. Er wuchs mit Cembalo und Clavichord auf – das moderne Klavier war noch dabei, seine eigene Sprache zu finden –, doch als er 1777 in Augsburg Johann Andreas Steins Fortepianos kennenlernte, war er sofort fasziniert. „Wie ich auch die Tasten anschlage, der Ton ist immer gleichmäßig“, schrieb er an seinen Vater und pries Anschlag und Ansprechverhalten des Instruments.<sup>1</sup> Von da an wurde das Klavier zu seinem Instrument. Die meisten seiner bedeutendsten Werke für Tasteninstrument entstanden für ihn selbst, um sie in seinen Wiener Subskriptionskonzerten zu spielen – wo er Komponist, Solist und Impresario in einer Person war.

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Die Solosonaten, von K. 279 bis K. 576, bilden das Rückgrat des Verzeichnisses → Alle Mozart-Klavierwerke in unserem Köchelverzeichnis durchstöbern. Sie reichen von der liebenswürdigen Sonate in C-Dur K. 545 – die Mozart selbst als „eine kleine Klaviersonate für Anfänger“ bezeichnete – bis zur stürmischen Sonate in a-Moll K. 310 und zur allseits beliebten K. 331, deren Finalsatz Rondo alla Turca zu den bekanntesten Melodien der klassischen Musik gehört. Die siebenundzwanzig Klavierkonzerte sind das bedeutendste Konzertkorpus vor Beethoven: das dämonische d-Moll-Konzert K. 466, das strahlende C-Dur K. 467 (nach dem schwedischen Film von 1967, der seinen langsamen Satz verwendete, „Elvira Madigan“ genannt) und das leuchtende A-Dur K. 488 sind nur drei von vielen Marksteinen → Mozarts Klavierkonzerte. Hinzu kommen eigenständige Kostbarkeiten – die unheimliche Fantasie in d-Moll K. 397, das zutiefst persönliche Rondo in a-Moll K. 511 und die beliebten Zwölf Variationen über „Ah, vous dirai-je, Maman“ K. 265, den meisten auf der Welt bekannt als „Twinkle, Twinkle, Little Star“. Für alle, die gerade erst anfangen, sind die Miniaturen aus dem Nannerl Notenbuch (K. 1aK. 5) und K. 545 ideale erste Schritte → Die einfachsten Mozart-Stücke für den Einstieg.

Die Wahl der Ausgabe ist entscheidend. Anspruchsvolle Spieler greifen in der Regel zu Henle Urtext – dem wissenschaftlichen Standard, mit Schwierigkeitsgraden auf einer Skala von 1 bis 9 – oder zu Bärenreiter, dessen Spielausgaben unmittelbar aus der Neuen Mozart-Ausgabe hervorgehen, der monumentalen kritischen Gesamtausgabe von Mozarts Werken. Die Alfred-Masterwork-Ausgaben bieten eine zugänglichere Alternative: Redaktionelle Vorschläge werden grau gedruckt, sodass die originalen Eintragungen des Komponisten klar erkennbar bleiben. Digitale Optionen gibt es reichlich: Virtual Sheet Music bietet herunterladbare Ausgaben, während die Stiftung Mozarteum die komplette Neue Mozart-Ausgabe kostenlos unter dme.mozarteum.at bereitstellt – rund 35.000 Seiten wissenschaftlicher Notentexte, verfügbar für alle mit Internetzugang → Henle vs. Bärenreiter: Welche Ausgabe kaufen?.

Ob Sie sich zum ersten Mal an K. 545 setzen oder nach Jahren zu den Konzerten zurückkehren: Mozarts Klaviermusik holt Sie dort ab, wo Sie stehen – und hört nie auf, etwas Neues preiszugeben.

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¹ Letter from Mozart to Leopold Mozart, 17 October 1777, from Augsburg (trans. Emily Anderson).