K. 397

Fantasie Nr. 3 in d-Moll, KV 397

沃尔夫冈·阿马德乌斯·莫扎特

Fantasie Nr. 3 in d-Moll, KV 397
Mozart im Alter von 26 Jahren (Ausschnitt aus einem unvollendeten Porträt von 1782 von Joseph Lange)

Wien, 1782

Wolfgang Amadeus Mozart komponierte seine Fantasie Nr. 3 in d-Moll, KV 397 im Jahr 1782, kurz nachdem er von Salzburg nach Wien übergesiedelt war. Zu dieser Zeit war Mozart 26 Jahre alt und genoss seine neu gewonnene Unabhängigkeit sowie den Erfolg in der lebendigen Wiener Musikszene. Im Juli 1782 wurde seine deutsche Oper Die Entführung aus dem Serail mit großem Beifall uraufgeführt und festigte seinen Ruf in der kaiserlichen Hauptstadt. Wenige Wochen später, im August 1782, heiratete Mozart Constanze Weber. Zwischen diesen persönlichen und beruflichen Meilensteinen wandte er sich wieder dem Klavier zu und schrieb die Fantasie in d-Moll, ein Solostück, das seine kreative Freiheit und die leidenschaftlichen Emotionen dieser Lebensphase widerspiegelt.

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Experimentieren und Entdecken

Mozart komponierte die Fantasie in d-Moll in einer Zeit des Experimentierens und der künstlerischen Entdeckung. Befreit von den Zwängen der Salzburger Hofanstellung, arbeitete er in Wien als freischaffender Pianist und Komponist und beeindruckte das Publikum oft mit seiner Fähigkeit, am Klavier zu improvisieren.

Der Begriff Fantasie selbst deutet bereits auf ein freies, improvisatorisches Stück hin – eine Musik, die direkt aus der spontanen Eingebung des Komponisten entsteht. Wie das Grove’s Dictionary erklärt, ist eine Fantasie „nicht durch formale Strukturen eingeschränkt, sondern das unmittelbare Produkt des schöpferischen Impulses des Komponisten.“ In der Klassik waren Fantasien bekannt für wechselnde Stimmungen, plötzliche Tempowechsel und einen fließenden, improvisationsähnlichen Charakter, statt einer strengen Form zu folgen.

Mozarts neue d-Moll-Fantasie verkörpert genau diesen Geist: Sie enthält mehrere Tempoteile (Andante, Adagio, Presto usw.) und abrupte Kontraste, wodurch der Eindruck entsteht, der Interpret erfinde die Musik im Moment. Dieser grenzenlose Stil erlaubte es Mozart, viel Drama und persönliche Ausdruckskraft in das Werk zu legen, frei von den Regeln einer Sonate oder eines Menuetts.

Einfluss der Barockmusik und Constanzes Inspiration

Mozarts Fantasie in d-Moll entstand nicht im luftleeren Raum – sie wurde stark von seiner intensiven Auseinandersetzung mit der Barockmusik im Jahr 1782 beeinflusst. Bald nach seiner Ankunft in Wien freundete sich Mozart mit dem Baron Gottfried van Swieten an, einem einflussreichen Mäzen, der wöchentliche musikalische Salons veranstaltete.

„Ich gehe jeden Sonntag um zwölf Uhr zu Baron van Swieten, wo nichts anderes als Händel und Bach gespielt wird“, schrieb Mozart im April 1782 an seinen Vater.

Dieses Eintauchen in Bachs Kontrapunkt und barocke Stile hatte tiefgreifende Auswirkungen auf Mozarts Kompositionen jener Zeit. Er begann, Werke zu schreiben, die freie Fantasie mit gelehrter Fuge verbanden – eine Verbindung von improvisatorischem Schwung und strenger kontrapunktischer Technik.

Constanze Mozart, seine Verlobte und spätere Ehefrau, wurde zu einer treibenden Kraft in dieser schöpferischen Entwicklung. Sie ermutigte ihn, etwas in diesem „kunstvollsten und schönsten“ Stil zu schreiben. Angeregt durch ihre Begeisterung komponierte Mozart Anfang 1782 die Fantasie und Fuge in C-Dur, KV 394, und widmete Constanze ausdrücklich die Inspiration dazu.

Diese Anekdote zeigt Mozarts Geisteshaltung im Jahr 1782: Er verband seine improvisatorische Genialität mit barocken Formen – teils, um Constanze und die Kenner in van Swietens Kreisen zu erfreuen.

Aus diesem Umfeld ging auch die Fantasie in d-Moll, KV 397 hervor. Ihre dunkle Tonart d-Moll steht für Mozarts dramatische Ader, die er seinen emotional intensivsten Werken vorbehalten sollte – später etwa Don Giovanni und das Requiem.

Ein unvollendetes Meisterwerk – Das fehlende Ende

Bemerkenswert an der d-Moll-Fantasie ist, dass Mozart sie nie vollendete. Das Autograph ist verschollen, doch Forscher wissen, dass er das Werk an einer offenen Stelle abbrach – auf einem dramatischen, ungelösten Akkord, einer Dominantseptim mit Fermate in Takt 97.

Warum er sie unvollendet ließ, bleibt Spekulation. Vielleicht wurde er zu anderen Projekten gerufen oder hatte geplant, eine Fuge folgen zu lassen, wie bei der Fantasie und Fuge in C-Dur, KV 394. Manche haben darauf hingewiesen, dass das Werk als „Fantaisie d’Introduction“ angekündigt wurde, was darauf hindeutet, dass es als Einleitung zu einem anderen Stück gedacht war.

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Fest steht: Mozart kehrte vor seinem frühen Tod 1791 nicht mehr zu dieser Fantasie zurück – sie blieb ein Fragment. Der erhaltene Teil umfasst etwas mehr als 100 Takte, in denen sich melancholische Arpeggien und leidenschaftliche Ausbrüche abwechseln, bevor die Musik auf jenem spannungsvollen Akkord endet.

Trotz ihres unvollendeten Zustands erkannten Mozarts Zeitgenossen den Wert des Werkes. Seine Schwester Maria Anna „Nannerl“ Mozart entdeckte es 1807 wieder und „war erstaunt, eine bislang unbekannte Komposition von solcher Qualität“ ihres verstorbenen Bruders gefunden zu haben.

Posthume Veröffentlichung und frühe Rezeption

Mozarts Fantasie in d-Moll wurde erstmals 1804 vom Wiener Bureau d’Arts et d’Industrie veröffentlicht – mitten im Satz endend, ohne Auflösung. 1806 ergänzte August Eberhard Müller, Kantor der Thomaskirche in Leipzig, zehn Takte, die das Werk elegant in D-Dur beschließen.

Müllers Schluss imitierte Mozarts Stil so überzeugend, dass viele Hörer des frühen 19. Jahrhunderts ihn für authentisch hielten. Moderne Ausgaben markieren gewöhnlich deutlich die Stelle, an der Mozarts Manuskript abbricht und Müllers Ergänzung beginnt.

Die Rezeption nach Mozarts Tod war begeistert. Constanze Mozart setzte sich dafür ein, die Manuskripte ihres Mannes zu veröffentlichen, und Pianisten nahmen das „neue“ Stück rasch in ihr Repertoire auf. Kritiker sahen darin einen Vorboten romantischer Ausdruckskraft – ein Werk von emotionaler Tiefe, die seine kurze Dauer weit übersteigt.

Da Mozart nur wenige Interpretationshinweise hinterließ, nutzten Pianisten des 19. Jahrhunderts große Freiheit bei der Aufführung der Fantasie und sahen sie als Gelegenheit, Mozarts improvisatorischen Geist lebendig werden zu lassen.

Musikalischer und historischer Kontext

In Mozarts Schaffen und in der Geschichte der klassischen Musik ragt die Fantasie in d-Moll als faszinierendes Produkt ihrer Zeit heraus. Sie war Mozarts dritte und letzte Klavierfantasie nach früheren Experimenten mit dieser Gattung.

Fantasien galten als Ausdruck schöpferischer Freiheit, oft als Vorspiele zu strengeren Formen wie Fugen. Möglicherweise hatte Mozart auch die KV 397 als Einleitung zu einer Fuge gedacht. Doch selbst als eigenständiges Werk bleibt sie „das unmittelbare Produkt von [Mozarts] schöpferischem Impuls“, voller plötzlicher Wendungen und leidenschaftlicher Ausdruckskraft.

Ihr düsterer, stürmischer Charakter steht im Einklang mit der Ästhetik des Sturm und Drang und spiegelt eine emotionale Intensität wider, die den kommenden romantischen Stil bereits ahnen lässt.

Wenn Mozart solche Musik in Wiener Salons improvisierte, brachte er die dramatische Improvisation in die Klassik zurück. Durch van Swietens Einfluss wurde Mozart zu einem Wiederbeleber barocker Techniken, die er in eine zutiefst persönliche Kunstsprache verwandelte.

Obwohl keine Aufzeichnungen über eine öffentliche Uraufführung existieren, ist anzunehmen, dass er sie bei privaten Zusammenkünften spielte. Ihre eigentliche öffentliche Premiere erlebte die Fantasie erst mit der posthumen Veröffentlichung, als Pianisten und Mozart-Verehrer gleichermaßen von ihrer Genialität beeindruckt waren.

Im Laufe der Zeit ist die Fantasie in d-Moll ein fester Bestandteil des Repertoires geblieben – gerade wegen ihrer bewegenden Entstehungsgeschichte und ihrer schaurig-schönen Klangwelt: ein Fenster in Mozarts Welt des Jahres 1782 – eine Zeit künstlerischer Leidenschaft, Inspiration und des Geheimnisses um ein unvollendetes Meisterwerk.

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