Mozart-Geigennoten

1756 — im selben Jahr, in dem Wolfgang Amadeus Mozart geboren wurde — veröffentlichte sein Vater Leopold den Versuch einer gründlichen Violinschule, ein wegweisendes Lehrwerk, das die Geigenpädagogik über Generationen prägen sollte.¹ Die Ironie ist kaum zu überbieten: Ausgerechnet der Mann, der buchstäblich das Buch über das Geigenspiel schrieb, zog den Komponisten groß, der dem Instrument einige seiner strahlendsten Seiten schenkte.
Mozarts Schaffen für Violine ist umfangreich. Fünf Konzerte, sechsunddreißig Sonaten für Klavier und Violine, die Sinfonia Concertante in Es-Dur, K. 364, sowie ein großer Bestand an Serenaden und Divertimenti mit prominenter Violinstimme — zusammengenommen ist das eines der reichsten Violinrepertoires der klassischen Musik. → Alle Mozart-Werke für Violine in unserem Köchel-Katalog durchsuchen
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Die fünf Konzerte, die ein Neunzehnjähriger in nur einem Jahr schrieb
Mozart komponierte alle fünf Violinkonzerte (K. 207, K. 211, K. 216, K. 218, K. 219) 1775, während er als Hofmusiker in Salzburg tätig war. Er war neunzehn. Selbst ein versierter Geiger — sein Vater hatte dafür gesorgt — wandte er sich später eher dem Klavier und der Viola zu, was diese Konzerte umso bemerkenswerter macht: konzentrierte Arbeiten eines jungen Virtuosen, der dem Instrument noch ganz nah war.
Zwei sind zu unangefochtenen Lieblingen geworden. Das Konzert Nr. 3 in G-Dur, K. 216, ist das am häufigsten gespielte und das naheliegende erste Konzert für fortgeschrittene Schüler; es liegt auf dem ARSM-Diplomniveau von ABRSM und trägt bei Henle den Schwierigkeitsgrad 7. Sein langsamer Satz, den Alfred Einstein als Musik beschrieb, die „geradewegs vom Himmel gefallen zu sein scheint“, gehört zum Schönsten, was Mozart je geschrieben hat. Ebenso geliebt ist das Konzert Nr. 5 in A-Dur, K. 219 — das „Türkische“, benannt nach seinem temperamentvollen Rondo-Finale. → Mozarts Violinkonzerte
Sonaten, die Sinfonia Concertante und kürzere Juwelen
Die sechsunddreißig Sonaten für Klavier und Violine umspannen Mozarts gesamtes schöpferisches Leben, von den Kinderwerken, die auf den Europatourneen entstanden (K. 6 bis K. 31), bis zu den großen Wiener Meisterwerken — K. 376, K. 379, K. 454 und der brillanten K. 526 in A-Dur. Das sind echte Duowerke: Das Klavier ist keineswegs bloßer Begleiter, sondern ein gleichberechtigter, mitunter sogar dominierender Partner. Neben ihnen steht die Sinfonia Concertante in Es, K. 364, für Violine, Viola und Orchester — eines von Mozarts größten Werken überhaupt, in jeder Gattung. Kleinere Stücke wie das Rondo in C-Dur, K. 373, und das eigenständige Adagio in E-Dur, K. 261, runden einen außergewöhnlich vielfältigen Katalog ab. → Mozart-Klaviernoten
Die richtige Ausgabe finden
Für gedruckte Noten ist Henle Urtext sowohl bei Sonaten als auch bei Konzerten die Standardwahl, während Bärenreiters Aufführungseditionen, direkt aus der Neuen Mozart-Ausgabe gewonnen, für Orchesterstimmen bevorzugt werden und mit eingetragenen Stricharten und Fingersätzen geliefert werden. Eulenburg und Bärenreiter veröffentlichen beide zuverlässige Studienpartituren. Virtual Sheet Music bietet hochwertige digitale Downloads mit Audio-Begleittracks. Und die gesamte Neue Mozart-Ausgabe ist kostenlos unter dme.mozarteum.at verfügbar — eine bemerkenswerte Ressource für alle, die Mozarts Handschriftenintentionen so nahe wie möglich kommen möchten. → Henle vs. Bärenreiter: Welche Ausgabe kaufen?
Leopolds Lehrwerk brachte Europa das Geigenspiel bei. Die Musik seines Sohnes gab ihm etwas Ewiges, das es spielen kann.
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¹ Leopold Mozart, *Versuch einer gründlichen Violinschule* (Augsburg, 1756). The treatise remained a standard pedagogical text for decades and has been translated into several languages, including the English edition with a preface by Alfred Einstein.









