K. 719

Zwei Deutsche Tänze in E-Dur und C-Dur (Fragmente, zweifelhaft), K. 719

de Wolfgang Amadeus Mozart

Posthumous portrait of Mozart by Barbara Krafft, 1819
Mozart, posthumous portrait by Barbara Krafft, 1819

Die Zwei Deutschen Tänze (K. 719) sind nur in kurzen, fragmentarischen Überlieferungsresten für zwei Violinen und Bass erhalten; ihre Zuschreibung an Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) gilt als zweifelhaft. Da weder eine autographe Quelle noch ein gesichertes Datum oder ein Entstehungsort vorliegen, hört man sie am besten als bescheidene, funktionale Tanzstücke für den häuslichen Gebrauch — nicht als belastbaren Beleg für Mozarts reifen Stil.

Was bekannt ist

Nur fragmentarische Quellen überliefern diese beiden kurzen Deutsche Tänze — einen in E-Dur und einen in C-Dur — gesetzt für zwei Violinen und Bass. Ein Autograph ist nicht bekannt, und weder ein Kompositionsdatum noch ein Entstehungsort lassen sich aus dem erhaltenen Material erschließen; entsprechend bleibt die Zuschreibung an Mozart unsicher und wird häufig als zweifelhaft oder unecht behandelt.[1][2]

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In der Praxis des späten 18. Jahrhunderts zirkulierten kurze Tanzsätze weithin in handschriftlichen Abschriften und Bearbeitungen, oft versehen mit Komponistennamen, die aus praktischen Gründen hinzugefügt (oder vorausgesetzt) wurden. In diesem Kontext fügt sich K. 719 in das weitere Muster kleinformatiger Tanzstücke ein, deren Überlieferungsgeschichte sicherer ist als ihre Autorschaft.[1]

Musikalischer Gehalt

Das Erhaltene deutet auf eine unkomplizierte, symmetrisch angelegte Tanzschreibweise hin: eine von der Violine geführte Melodie über einer einfachen Basslinie, gedacht für rasches Erfassen und gesellschaftlichen Gebrauch statt für ausgearbeitete motivische Entwicklung. Die Besetzung — zwei Oberstimmen mit Bass — weist auf eine kompakte Trio-Textur (vergleichbar einem kleinen Streichensemble oder einer Hausmusik-Besetzung) hin; sie eignet sich dazu, Rhythmus und Kadenz in einem tanzsaaltauglichen Puls zu stützen, statt Virtuosität in den Vordergrund zu rücken.[3]

[1] New Mozart Edition (NMA), Series X Supplement: Works of Dubious Authenticity — editorial principles (context for doubtful/spurious works).

[2] Wikipedia: Mozart symphonies of spurious or doubtful authenticity (editor’s requested reference page on doubtful/spurious attributions; broader context).

[3] Köchel-Verzeichnis (Mozarteum): German dances for 2 violins and basso — background on performance practice and scoring for German dances.