Violinsonate Nr. 12 in G-Dur (K. 27)
沃尔夫冈·阿马德乌斯·莫扎特

Mozarts Violinsonate Nr. 12 in G-Dur (K. 27) entstand im Februar 1766 in Den Haag, als der Komponist erst zehn Jahre alt war.[1] Als Klaviersonate mit fakultativer Violinenbegleitung angelegt, zeigt sie exemplarisch, wie das „Wunderkind“ sofort gebrauchsfähige Musik für Reisen, höfische Anlässe und das Musizieren im Haus schrieb – und dabei bereits das Ausdruckspotenzial eines zweisätzigen Entwurfs erprobte.[2]
Mozarts Lebenssituation zu dieser Zeit
Anfang 1766 befand sich Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) in den Niederlanden als Teil der ausgedehnten Europa-Reise der Familie (1763–1766) – ein fordernder Parcours aus Auftritten, Kontaktpflege und Publikationschancen.[2] Gerade Den Haag erwies sich als ungewöhnlich fruchtbar: Der junge Mozart schrieb Klavierstücke, Variationen über niederländische patriotische Melodien und – auf örtlichen Wunsch – eine kompakte Gruppe von sechs „Sonaten fürs Cembalo mit Violinenbegleitung“, K. 26–31, später als Op. 4 herausgegeben.[2]
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K. 27 ist die zweite Sonate dieser Haager Gruppe (in der langen Reihe der frühen Klavier-und-Violin-Sonaten Mozarts oft als „Nr. 12“ gezählt).[3]) Diese Stücke führen heutigen Hörerinnen und Hörern vor Augen, dass das Genre in den 1760er-Jahren häufig noch vom Tasteninstrument her gedacht wurde: Die Violine bereichert, verdoppelt, antwortet und verziert – doch das musikalische Argument trägt vor allem das Klavier.[2]
Entstehung und Manuskript
Das Köchelverzeichnis datiert die Violinsonate Nr. 12 in G (K. 27) auf Februar 1766 und verortet sie in Den Haag.[1] Das Vorwort der Neuen Mozart-Ausgabe bewahrt den greifbarsten Kontext: Leopold Mozart berichtete in einem Brief vom 16. Mai 1766, man habe in Den Haag „unsern kleinen Componisten gebeten 6 Sonaten für das Clavier mit Violinenbegleitung“ für Prinzessin Caroline von Nassau-Weilburg zu schreiben, und der Zyklus sei „gleich gestochen worden“.[2]
Den Druck übernahmen die Brüder Hummel (Burchard in Den Haag; Johann Julius in Amsterdam), die auch einige von Mozarts niederländischen Variationen herausgaben; MozartDocuments fasst dieses Verlagsnetzwerk zusammen und verweist auf die Widmung von K. 26–31 an Prinzessin Caroline.[4] So entsteht Musik an der Schnittstelle von höfischem Geschenk, kommerziellem Notendruck und praktischem Repertoire für die Auftritte der Mozarts selbst.
Für heutige Interpretinnen und Interpreten ist die Überlieferung von K. 27 nicht ganz so „unkompliziert“. Henles editorische Anmerkung zu K. 26–31 erläutert, dass sich die Neue Mozart-Ausgabe mit einer frühen Abschrift auseinandersetzen musste, die „nicht mit Mozart zusammenhängt“ und deren Zusätze irreführen könnten; das ist kein Skandal, sondern eine Erinnerung daran, dass selbst bescheidene Jugendwerke in den Quellen textuelle Störgeräusche ansammeln können.[5]
Musikalischer Charakter
K. 27 ist eine knappe, zweisätzige Sonate – Adagio poco andante gefolgt von Allegro –, ein Plan, der sowohl in modernen Referenzbeschreibungen als auch in den üblichen Auflistungen der Haager Gruppe bestätigt wird.[3]) Auch die Besetzung entspricht der Praxis der Mitte des 18. Jahrhunderts: ein Tasteninstrument (Cembalo, heute oft Fortepiano/Klavier) mit einer Violine, die zwar wirklich präsent ist, aber als Begleitung und nicht als gleichberechtigter Protagonist gedacht ist.[2]
Gerade daran ist dieses kleine Werk so beachtenswert: Es zeigt mit großer Klarheit, wie der kindliche Komponist eine öffentliche Musiksprache erlernt. Der Kopfsatz ist nicht bloß „langsame Musik“, die man vor etwas Schnelleres klebt; er schult das Ohr auf kantable Linienführung und ausgewogene Phrasenbildung – ein früher Hinweis auf Mozarts lebenslangen Instinkt für cantabile Schreibweise, selbst in instrumentalen Texturen. Das Allegro wendet sich anschließend einer hellen, rhetorischen Deutlichkeit zu: kurze Motive, saubere kadenzielle Gliederung und eine Klavierfiguration, die unter den Händen versierter Liebhaberinnen und Liebhaber geschmeidig klingen soll.
Neben Mozarts späteren, wirklich dialogisch angelegten Violinsonaten der Wiener Jahre gehört K. 27 am besten als Momentaufnahme eines früheren Gattungsverständnisses gehört – und als Zeugnis eines Zehnjährigen, der bereits in druck- und aufführbaren Formen denkt. Ihre bescheidene Dimension ist Teil ihres Reizes: K. 27 eröffnet einen unmittelbaren Blick auf die alltägliche Musizierökonomie der Grand Tour, in der Eleganz, Unmittelbarkeit und Praktikabilität keine Zugeständnisse, sondern der eigentliche Zweck waren.
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[1] Köchel catalogue entry list: K. 27—date (February 1766), place (The Hague), identification as Violin Sonata No. 12 in G.
[2] New Mozart Edition (NMA), VIII/23/1: editorial foreword and contextual documentation for the sonatas for keyboard with violin accompaniment (K. 26–31), including Leopold Mozart’s 16 May 1766 letter and publication details.
[3] Wikipedia overview page for Violin Sonatas K. 26–31: confirms Hague origin, dedication context, and movement list for K. 27 (Adagio poco andante; Allegro).
[4] MozartDocuments.org: background on the Hummel publishers in The Hague/Amsterdam and their publication of Mozart’s K. 26–31 sonatas dedicated to Princess Carolina of Nassau-Weilburg.
[5] G. Henle Verlag page for “Wunderkind”-Sonaten, K. 26–31: editorial note about sources (including an early copy unrelated to Mozart) and its impact on text-critical decisions.








