Violinkonzert „Nr. 6“ in Es-Dur (unecht), K. Anh.C 14.04
von Wolfgang Amadeus Mozart

Das sogenannte Violinkonzert Nr. 6 in Es-Dur (K. Anh.C 14.04), das bisweilen um 1780 datiert wird (häufig wird München vorgeschlagen), ist als dreisätziges Konzert überliefert, das lange Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) zugeschrieben wurde, heute jedoch allgemein als unecht gilt. Die neuere Forschung bringt es am häufigsten mit dem Münchner Geiger und Komponisten Johann Friedrich Eck (1767–1838) in Verbindung, auch wenn die genaue Herkunft des Werks weiterhin unklar bleibt.[1]
Hintergrund und Kontext
1780 war Mozart 24 Jahre alt, stand zwischen seinen Verpflichtungen in Salzburg und bedeutenden Aufträgen in der Ferne und sollte bald erneut nach München gezogen werden – zur Uraufführung von Idomeneo (Januar 1781). Vor diesem Hintergrund wirkt ein ihm zugeschriebenes Violinkonzert in Es-Dur, das später als „Nr. 6“ kursierte, auf den ersten Blick durchaus plausibel: München war ein auf Virtuosität ausgerichteter Hof, und Mozarts frühere, authentische Violinkonzerte (1775) zeigen, wie souverän er für das Instrument schreiben konnte. Doch die überlieferte Tradition zu K. Anh.C 14.04 weist eher weg von Mozarts gesichertem Œuvre. Das Stück erschien erst 1799 im Druck (bei Johann André) und ist nicht in der Neuen Mozart-Ausgabe enthalten.[1]
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Musikalischer Charakter
Das Konzert folgt dem vertrauten dreisätzigen klassisch geprägten Plan – Allegro moderato, Un poco Adagio und als Finale ein Rondo: Allegretto – für Solovioline mit Orchester.[1] Die Ecksätze bauen auf klar konturierten orchestralen Ritornellen (wiederkehrenden Tutti-Blöcken) auf, die die Soloepisoden rahmen; die Solostimme tendiert eher zu brillantem Passagenwerk und idiomatischer Violinfigurierung als zu jenem opernhaften, dialogischen Wechselspiel, das man in Mozarts authentischen Konzerten oft besonders schätzt.
Während die vollständige Besetzung je nach Quelle variiert, wird das Werk in der Regel als Violinkonzert des späten 18. Jahrhunderts für Violine mit Streichern und Bläsern aufgeführt. Eine verwandte Manuskriptabschrift in Oxford (Bodleian Libraries) überliefert lediglich den ersten Satz und bezeichnet das Konzert bereits als Mozart fälschlich zugeschrieben; hinzugefügt wird, es könne von Eck komponiert oder vervollständigt worden sein.[2]
Stellung im Katalog
K. Anh.C 14.04 steht neben anderen „zusätzlichen“ konzertanten Werken, die unter Mozarts Namen kursiert sind; heute nähert man sich ihm am besten als einem tüchtigen Konzert seiner Zeit, dessen musikalisches Profil und Überlieferungsgeschichte nicht eindeutig zu Mozarts dokumentiertem Schaffen um 1780 passen.[1]
[1] Wikipedia — overview, movement list, publication (André 1799), and modern attribution doubts for the so-called Violin Concerto No. 6 in E♭ major (K. 268/365b/Anh.C 14.04).
[2] Bodleian Libraries (Oxford) catalogue entry — manuscript holding for K. Anh.C 14.04 (1st movement only) noting spurious attribution and possible connection to Friedrich (Johann Friedrich) Eck; includes bibliography to Lebermann (1978) and Oldman (1931).




