Sinfonia concertante in Es-Dur (K. Anh.C 14.01)
von Wolfgang Amadeus Mozart

Die Sinfonia concertante in Es-Dur (K. Anh.C 14.01, mitunter auch als K. 297b zitiert) ist ein concertantes Werk für vier Bläsersolisten und Orchester, das traditionell mit Mozarts Parisreise von 1778 in Verbindung gebracht wurde—heute jedoch in der überlieferten Gestalt als unecht (fälschlich zugeschrieben) gilt.[1] Erhalten ist eine vollständige dreisätzige Partitur, doch es gibt keine gesicherte Überlieferung eines Mozart-Autographs, die sie stützen würde.[1]
Was bekannt ist
Das als K. Anh.C 14.01 geführte Werk ist als überlieferte, dreisätzige Sinfonia concertante in Es-Dur für Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Orchester erhalten.[1] In der Köchel-Datenbank der Digital Mozart Edition wird seine Echtheit ausdrücklich als „fälschlich zugeschrieben“ bezeichnet.[1] Derselbe Eintrag bringt es mit Paris, 1778 in Verbindung, nennt den Komponisten jedoch als „unknown“ und spiegelt damit die heutige editorische Haltung wider, dass der überlieferte Text Mozart nicht verlässlich zugeschrieben werden kann.[1]
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Gleichwohl ist die langjährige Verknüpfung mit 1778 nicht willkürlich: Mozart schrieb im April 1778 aus Paris, er komponiere eine sinfonia concertante für Bläservirtuosen (mit einer anderen Solobesetzung als in der späteren Oboe–Klarinette-Fassung).[2] Für Mozarts Entwicklung ist dieser Pariser Moment bedeutsam: Er erprobte aktiv, wie weit sich symphonische Weite mit konzertanter Solistenbrillanz verschmelzen lässt—eine Ästhetik, die sich kurz darauf in gesicherter, authentischer concertanter Schreibweise entfalten sollte.
Musikalischer Gehalt
In der überlieferten Gestalt ist K. Anh.C 14.01 dreisätzig angelegt—Allegro, Adagio und Andantino con Variazioni—ganz nach Art eines großformatigen Konzerts oder einer symphonie concertante.[3] Die Instrumentation setzt die vier solistischen Bläser in wechselnder Hervorhebung ein, verbindet sie oft zu dialogischen Duos und führt sie dann als Quartett dem Streicherklang gegenüber; der genretypische Effekt ist ein öffentlich-theatralisches „Solistenensemble“ statt eines einzelnen Protagonisten.[1]
Da der überlieferte Text als unecht gilt, müssen stilistische Beobachtungen vorsichtig bleiben: Hörerinnen und Hörer mögen durchaus Wendungen wahrnehmen, die an Mozarts concertante Sprache der Pariser Jahre erinnern, doch werden die heutige Orchesterbehandlung und die Ausarbeitung weithin als Ergebnis späterer Bearbeitung oder Fehlzuschreibung betrachtet—nicht als gesicherter Spiegel von Mozarts autographen Absichten.[1][2]
[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis entry for KV Anh. C 14.01 (status, dating, instrumentation, authenticity label).
[2] Wikipedia: background on the debated linkage to Mozart’s Paris 1778 wind sinfonia concertante (lost original; later transmission).
[3] Digital Mozart Edition (NMA) table of contents for NMA X/29/1, listing the three movements for K. Anh. C 14.01.




