Unidentifiziertes Orchesterstück in gis-Moll (K. 638)
de Wolfgang Amadeus Mozart

Das Unidentifizierte Orchesterstück in gis-Moll (K. 638) ist eine winzige, rätselhafte Skizze, die Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) zugeschrieben wird und gemeinhin auf etwa 1765–66 datiert wird, als er ungefähr zehn Jahre alt war. Nur in fragmentarischer Form überliefert, ist es vor allem wegen seiner außergewöhnlichen Tonwelt bemerkenswert: gis-Moll ist in Mozarts Œuvre eine verschwindend seltene Tonart.
Mozarts Leben zu dieser Zeit
1766 war Mozart zehn Jahre alt und befand sich mitten in den langen Jahren der familiären „Grand Tour“, in denen er zwischen bedeutenden musikalischen Zentren unterwegs war und eine große Bandbreite an Orchesterstilen aufnahm. Der genaue Entstehungsort von K. 638 ist unbekannt, und das erhaltene Material erlaubt es nicht, Anlass oder Bestimmungszweck sicher zu bestimmen [1].
Musikalischer Charakter
Überliefert ist keine vollständige Serenade oder kein Divertimento, sondern ein kurzer Orchestersatzentwurf (nur wenige Takte), der mit einem wiederverwendeten Manuskriptblatt verbunden ist; die neuere Forschung behandelt ihn als unbezeichnetes Orchesterstück (unidentified orchestral piece) [1]. Die Skizze scheint ein Andante im Moll zu implizieren und wurde im Zusammenhang mit Mozarts frühen Schwierigkeiten diskutiert, komplexe Vorzeichen und Versetzungszeichen zu notieren—ein Problem, das besonders dringlich wird, wenn man die Musik in einer entlegenen Tonart wie gis-Moll (oder ihren enharmonischen Entsprechungen) hört [1]. Selbst in diesem verstümmelten Zustand deutet das Fragment auf einen jungen Komponisten hin, der bereits nach expressiver Schwere greift, statt nach jener Freiluft-Brillanz, wie sie für die Serenadenmusik im Salzburger Stil typisch ist.
[1] Wikipedia: "Symphony, K. Anh. C 11.18" — includes discussion of the short orchestral draft assigned K. 638 in Köchel^9 (Zaslaw), its fragmentary state, dating around 1765–66, and notation/key issues.