K. 569a

Sonatensatz (Fragment) in B♭-Dur, K. 569a

av Wolfgang Amadeus Mozart

Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

Mozarts Sonatensatz fĂŒr Klavier in B♭-Dur (Fragment), K. 569a, ist ein unvollendetes Relikt aus seinen Wiener Jahren und entstand vermutlich zwischen Dezember 1787 und Februar 1789. Erhalten auf einem einzigen autographen Blatt, gewĂ€hrt es einen kurzen Einblick in den klaren, cantablen Klavierstil, den Mozart in seinen frĂŒhen Dreißigern kultivierte.

Hintergrund und Kontext

In Wien, in der Zeit von Dezember 1787 bis Februar 1789, bewĂ€ltigte Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) die unmittelbare Nachwirkung von Don Giovanni und zugleich ein geschĂ€ftiges Leben aus Komponieren, Unterrichten und Publizieren in der kaiserlichen Hauptstadt [1]. K. 569a gehört in diese spĂ€twienerische Klavierwelt, ist jedoch nur als unvollendetes Werk ĂŒberliefert: ein autographes Fragment auf einem einzigen Blatt [1]. Entsprechend wird es meist nicht als vollstĂ€ndige „Sonate“ behandelt, sondern als sonatenartiger Satz, den Mozart nicht zu Ende gefĂŒhrt hat.

As an Amazon Associate we earn from qualifying purchases.

Musikalischer Charakter

Das Erhaltene deutet auf einen konventionellen klassischen Kopfsatz in B♭-Dur hin – Musik in ausgewogenen Phrasen, mit einer fließenden Melodie in der rechten Hand, getragen von Begleitfiguren der linken Hand, wie sie fĂŒr Mozarts reife Klavierschreibweise typisch sind [1]. Die Einordnung des Fragments unter die Klaviersonaten in der modernen Katalogisierung und in Ausgaben verweist auf einen Anspruch im Sinne der Sonatenhauptsatzform (kontrastierende Gedanken und die Erwartung eines modulierenden Mittelteils), auch wenn die ĂŒberlieferte Seite keine sichere Rekonstruktion der Gesamtanlage erlaubt [1]. Im Vergleich mit Mozarts vollstĂ€ndig erhaltenen spĂ€ten Klavierwerken in B♭-Dur wirkt es wie eine kleine, aber aufschlussreiche Studie in Klarheit: eine helle Tonart, ein direktes thematisches Profil und ein Schwerpunkt auf sanglicher Linie statt auf Virtuosenglanz.

[1] Internationale Stiftung Mozarteum (Köchel Verzeichnis) — KV 569a work entry: status, dating (Vienna, 12.1787–02.1789), autograph fragment details (1 leaf), key and instrumentation.