K. 504a

Sinfonischer Satz in G-Dur (Fragment), K. 504a

von Wolfgang Amadeus Mozart

Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

Mozarts Sinfonischer Satz in G-Dur (K. 504a) ist ein winziges erhaltenes sinfonisches Fragment aus Wien, entstanden Ende 1786, als er 30 Jahre alt war. In Autograph auf einer einzigen notierten Seite überliefert, steht es zeitlich nahe bei der „Prager“ Sinfonie, K. 504, und gewährt einen kurzen Einblick in Mozarts Denken in einem großorchestralen Idiom, das er nicht zu Ende führte.

Hintergrund und Kontext

In Wien Ende 1786 (November–Dezember) balancierte Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) theatralische Ambitionen mit Konzert- und freiberuflichem Druck aus – genau jenes Milieu, in dem auch die Sinfonie Nr. 38 in D-Dur, K. 504 (datiert auf den 6. Dezember 1786) entstand [1]. Das verwandte Fragment K. 504a wird ebenfalls nach Wien, Ende 1786, datiert und ist als unvollendetes Werk in Mozarts Hand überliefert [2]. Seine enge Katalognachbarschaft zu K. 504 legt nahe, dass es in dasselbe kreative Zeitfenster gehört, auch wenn sich sein ursprünglich beabsichtigter Zweck – eigenständige Sinfonie, Alternativsatz oder kompositorischer Versuch – aus dem allein erhaltenen Blatt nicht bestimmen lässt [2].

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Musikalischer Charakter

Was sich mit Sicherheit sagen lässt, ist weitgehend durch die Überlieferung begrenzt: Das Autograph besteht aus einer beschriebenen Seite („1 Bl. (1 beschr. S.)“), was eher auf einen kurzen musikalischen Zusammenhang als auf einen vollständig ausgearbeiteten Satz mit über viele Seiten verteilter Orchestrierung schließen lässt [2]. Dennoch verweist die Bezeichnung „sinfonic movement“ auf Mozarts sinfonische Sprache – klare tonale Rhetorik, energischer Allegro-Typus in der Bewegung und die Erwartung einer entwickelnden thematischen Arbeit – und nicht etwa auf einen in sich geschlossenen Tanz- oder Serenadensatz [2].

In G-Dur würde man typischerweise helle, offene Klanglichkeiten und eine natürliche Eignung für Hornsatz erwarten; schon die Existenz des Fragments deutet darauf hin, dass Mozart eine klangliche Palette und ein formales „Argument“ erprobte, das sich für öffentliche Orchesteraufführungen eignet, es dann jedoch beiseitelegte, bevor sich der größere Plan herauskristallisiert hatte [2].

Stellung im Köchelverzeichnis

K. 504a steht in Mozarts Schaffen Ende 1786 unmittelbar neben der Prager Sinfonie, und die Neue Mozart-Ausgabe ordnet es unter den erhaltenen Fragmenten des Komponisten ein [2]. In diesem Licht wirkt es weniger wie eine „fehlende Sinfonie“ als vielmehr wie ein dokumentarischer Splitter aus Mozarts sinfonischer Werkstatt – an der Schwelle zu seinem späten Wiener Orchesterstil.

[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis entry for Symphony in D major, K. 504: dating (Vienna, 06.12.1786) and general work data.

[2] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis entry for Sinfonic movement in G major (fragment), K. 504a: status (uncompleted), dating (Vienna, 11–12.1786), and autograph description (1 leaf, 1 written page).