Köchel-Verzeichnis · K. 320e

Sinfonia Concertante (Fragment) in A-Dur für Violine, Viola und Violoncello, K. 320e

Mozart from family portrait, c. 1780-81
Mozart from the family portrait, c. 1780–81 (attr. della Croce)
Köchel-Verzeichnisnummer
K9 320e | K6 320e
Genre
Konzerte
Form
Konzerte für Streicher und Bläser
Tonart
A Major
Datum
Sommer 1779
Ort
Salzburg
Alter
23

Mozarts Sinfonia Concertante für Violine, Viola und Violoncello (Fragment), K. 320e, ist ein unvollendetes Salzburger Vorhaben aus dem Jahr 1779, als der Komponist 23 Jahre alt war. Das Erhaltene lässt Mozarts Faszination erkennen – frisch von seinen Reisen und der Mode der sinfonia concertante geprägt –, mehrere Streicher-Solisten in ein Gleichgewicht zum orchestralen Hintergrund zu setzen.

Was bekannt ist

Die Sinfonia Concertante in A-Dur für Violine, Viola und Violoncello, K. 320e, ist nur in Form unvollständigen Materials überliefert, nicht als fertig ausgearbeitete, aufführbare Partitur.[1] Üblicherweise wird sie auf 1779 in Salzburg datiert – und damit in jene produktive Phase eingeordnet, in der Mozart auch die gefeierte Sinfonia Concertante für Violine und Viola in Es-Dur, K. 364 (320d), vollendete.[2]

Eine Autographenseite des Fragments ist über die Digital Mozart Edition dokumentiert und reproduziert; damit ist mindestens ein erhaltenes Blatt in Mozarts Handschrift gesichert.[3] Über diese Reste hinaus lässt sich der ursprünglich geplante Umfang des Werks (vollständige Mehrsätzigkeit, konkrete Orchestrierung und ob Mozart Kadenzen vorsah) aus dem überlieferten Zustand nicht verlässlich rekonstruieren.

Musikalischer Gehalt

Selbst in fragmentarischer Gestalt ist die Anlage bemerkenswert: drei gleichberechtigte solistische Streichstimmen (Violine, Viola, Violoncello) in einem konzertanten Dialog – eine Fortführung von Mozarts Interesse des Jahres 1779 an Schreibweisen mit mehreren Solisten.[1] Das Manuskript deutet darauf hin, dass Mozart dem Violoncello eine kühnere Aufgabe zugedacht hatte, als es seine frühere concertante Streichpraxis typischerweise verlangte: als echten melodischen Protagonisten statt als bloße Verstärkung der Continuo-Funktion.[1] In diesem Sinn wirkt K. 320e wie ein Werkstatt-Gegenstück zu K. 364: ein Salzburger Experiment konzertanter Rhetorik – ritornello-Wiederkehr, dialogische Satztechnik und tonale Helligkeit –, das auf dem Skizzenpult liegen blieb, während Mozarts reife, vollständig ausgearbeitete Lösung bereits Gestalt annahm.

Quellen

[1] Overview of K. 320e as an incomplete sinfonia concertante; notes on fragmentary status and cello writing.

[2] Boston Symphony Orchestra work note noting an early 1779 A-major sinfonia concertante attempt that “didn’t get far,” before K. 364 was completed.

[3] Wikimedia Commons file page for a manuscript image of K. 320e, sourced from the Digital Mozart Edition (dme.mozarteum.at).