K. 537c

Satz zu einem Klavierkonzert in Es-Dur (in Verbindung mit K. 491), K. 537c

von Wolfgang Amadeus Mozart

Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

Mozarts Satz zu einem Klavierkonzert in Es-Dur (K. 537c) ist ein erhaltenes Fragment – genauer: der Beginn eines langsamen Satzes – für Klavier und Orchester, entstanden 1786 in Wien, als der Komponist 30 Jahre alt war. In den Quellen eng mit dem Klavierkonzert Nr. 24 in c-Moll, K. 491 verbunden, gewährt es einen kurzen Einblick in Mozarts konzertante Lyrik in Es-Dur, ohne jedoch genügend Material zu überliefern, um daraus einen vollständigen, aufführbaren Satz zu rekonstruieren.

Hintergrund und Kontext

In Wien befand sich Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) 1786 auf dem Höhepunkt seiner Meisterschaft im Klavierkonzert: Er schrieb für die öffentlichen Konzerte der Stadt und für seine eigenen Auftritte als Solist. In diese Zeit fällt auch der Eintrag des Klavierkonzerts in c-Moll, K. 491 in sein thematisches Verzeichnis (März 1786) – ein Werk, dessen Spannweite und instrumentale Farbigkeit es als eines seiner ambitioniertesten Konzerte ausweisen.[2]

K. 537c ist ausschließlich als Anfang eines langsamen Satzes in Es-Dur für „Clavier und Orchester“ überliefert; es findet sich unter den Konzertfragmenten der Neuen Mozart-Ausgabe (NMA), wo es ausdrücklich als solches verzeichnet und auf frühere Katalogbezeichnungen verwiesen wird, die es mit K. 491 in Verbindung bringen.[1] Das musikalische und dokumentarische Verhältnis – ob es als alternatives Larghetto zu K. 491, als probeweiser Satzanfang oder als separates Konzertprojekt skizziert wurde, das später mit jenem Konzert verknüpft wurde – bleibt Gegenstand wissenschaftlicher Schlussfolgerungen und ist nicht durch einen sicher belegten Auftrag oder eine Uraufführung dokumentiert.[1]

Musikalischer Charakter

Überliefert ist kein vollständiger Satz, sondern ein incipitartiger Abschnitt: genug, um eine Welt des langsamen Satzes anzudeuten – Es-Dur als cantabile „Entlastungs“-Tonart gegenüber dem Ernst von c-Moll –, jedoch nicht genug, um eine vollständige Form (etwa dreiteilig, Variation oder einen Sonaten-Allegro-Langsatz) zu bestimmen.[1]

Selbst im fragmentarischen Zustand lädt die Wahl von Es-Dur zum Vergleich mit Mozarts Vorgehen in K. 491 ein: Dessen Mittelsatz setzt sich vom c-Moll-Drama der Ecksätze ab, indem er sich einer gelasseneren Lyrik zuwendet (wenn auch in einer anderen Tonart im vollendeten Konzert).[3]) K. 537c könnte darauf hindeuten, dass Mozart genau diese Art tonalen und expressiven Kontrasts erprobte – eine klavierische Kantilene, getragen von zurückhaltenden orchestralen Antworten –, bevor er die Idee fallenließ oder anderweitig verwendete.[1]

Stelle im Katalog

Im Klavierkonzert-Band der NMA erscheint K. 537c unter den späten Anhangsfragmenten – nicht als Repertoirestück, sondern als erhaltenes Werkstattdokument aus Mozarts Wiener Konzertproduktion.[1] Im Zusammenhang mit K. 491 gelesen, macht es deutlich, dass Mozarts konzertante „Endfassungen“ von alternativen Anfängen und erkundenden Skizzen zu langsamen Sätzen begleitet sein konnten – Einfälle, die mitunter nur in wenigen überlieferten Seiten fortleben.[1]

[1] Digital Mozart Edition (Mozarteum): NMA V/15/8 table of contents listing “Beginning of a slow movement in E flat … K. 537c (Anh. 62; 491a)”

[2] Boston Symphony Orchestra program note: contextual dating of K. 488 and K. 491 in Mozart’s 1784–1786 concerto sequence (entry into thematic catalogue)

[3] Wikipedia: Piano Concerto No. 24 in C minor, K. 491 (overview and movement/key information for contextual comparison)