K. 514a

Satz fĂŒr ein Streichquintett in B-Dur, K. 514a (Fragment)

av Wolfgang Amadeus Mozart

Silverpoint drawing of Mozart by Dora Stock, 1789
Mozart, silverpoint by Dora Stock, 1789 — last authenticated portrait

Mozarts Satz fĂŒr ein Streichquintett in B-Dur (K. 514a) ist ein unvollendetes, einsĂ€tziges Überbleibsel aus Wien aus dem Jahr 1787—seinem einunddreißigsten Lebensjahr—und ist fĂŒr die klassische Besetzung des „Viola-Quintetts“ (zwei Violinen, zwei Bratschen, Violoncello) gesetzt [1]. Das Werk ist wenig bekannt und nur spĂ€rlich dokumentiert; es erlaubt lediglich einen kurzen Blick in jene Klangwelt, die Mozart in derselben Wiener Schaffensphase erweiterte, aus der auch seine großen reifen Streichquintette hervorgingen.

Was bekannt ist

Von diesem Streichquintett in B-Dur ist nur ein unvollstĂ€ndiger Satz erhalten, katalogisiert als K. 514a (auch ĂŒberliefert als K. Anh. 80/514a) [1]. Die Besetzung entspricht Mozarts ĂŒblicher, spĂ€ter Streichquintett-Textur—2 Violinen, 2 Bratschen und Violoncello—und die erhaltenen Quellen verweisen auf Wien im Jahr 1787, als Mozart sein kammermusikalisches Schreiben parallel zu großen Theater- und Instrumentalprojekten intensivierte [2]. Über diese Grunddaten hinaus bleibt unklar, ob der Satz als Beginn eines vollstĂ€ndigen viersĂ€tzigen Quintetts (Mozarts ĂŒblicher Anlage in dieser Gattung) gedacht war oder als isoliertes Experiment, das spĂ€ter aufgegeben wurde.

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Musikalischer Gehalt

Das Erhaltene ist im Kern „Mozart im Denken fĂŒr Quintett-Texturen“: ein farbigeres, im Mittelregister angereichertes Klangspektrum als beim Streichquartett, mit der zweiten Bratsche als Möglichkeit, die Harmonik zu verdichten, Motive in den Innenstimmen auszutauschen und begleitende Figuren in einen Dialog zu verwandeln. Selbst in fragmentarischer Gestalt deutet die Tonart B-Dur eher auf eine Idiomatik hin, die Mozarts ausgreifenden, warm timbrierten Wiener Kammermusikwerken nĂ€hersteht als der im selben Jahr prĂ€senten, stĂŒrmischeren Rhetorik in Moll—doch der Satz bricht ab, bevor er eine groß angelegte musikalische Argumentation vollstĂ€ndig entfalten kann. Als Dokument ist K. 514a weniger ein „verlorenes Quintett“ als vielmehr ein kleines, unvollendetes Fenster auf Mozarts Faszination der spĂ€ten 1780er Jahre fĂŒr den Klang des Viola-Quintetts und dessen konversationelle Möglichkeiten.

[1] IMSLP work page: basic catalog data (K. Anh. 80/514a), key, date, instrumentation; links to scans/editions.

[2] Classical Music (Gramophone) review discussing Mozart’s 1787 string quintets K. 515 and K. 516 and their Viennese context.