Satz für ein Klarinettenquintett in F (K. 580b)
av Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Satz für ein Klarinettenquintett in F-Dur (K. 580b) ist ein erhaltenes Allegro-Fragment aus Wien (1789), vermutlich verbunden mit demselben Klarinettenkreis, aus dem auch das Klarinettenquintett in A, K. 581 hervorging. Ungewöhnlich besetzt mit Klarinette und Bassetthorn sowie Violine, Viola und Violoncello, gewährt es einen kurzen, aber eindringlichen Einblick in Mozarts späten Kammermusikstil im Alter von 33 Jahren.
Hintergrund und Kontext
1789 lebte Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) in Wien und schrieb trotz seiner prekären finanziellen Lage intensiv für kammermusikalische Besetzungen. K. 580b—ein Allegro in F-Dur—ist nur als Fragment überliefert; seine genaue Bestimmung ist nicht zuverlässig dokumentiert. Häufig wird es im Umfeld von Mozarts berühmtem Klarinettenquintett in A-Dur, K. 581 aus demselben Jahr und des weiteren Wiener Netzwerks von Klarinettenvirtuosen diskutiert (nicht zuletzt Anton Stadler, mit dem Mozart eng zusammenarbeitete) [1] [2]).
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Aus der Quellenlage klar ersichtlich ist die Besetzung: Statt des üblichen Modells Klarinette plus Streichquartett kombiniert Mozart Klarinette und Bassetthorn über einem Streichtrio (Violine, Viola, Violoncello)—eine klangfarbliche Entscheidung, die auf jene warme, verschmolzene Bläserbehandlung verweist, die er im späten Wien kultivierte [1] [3].
Musikalischer Charakter
K. 580b ist kein vollständiger Satz, doch das Erhaltene ist umfangreich genug, um Mozarts Absichten zu umreißen. Das Fragment ist ein Allegro in F-Dur; moderne editorische Berichte nennen 93 vollständige Takte, im Wesentlichen eine komplette Exposition und nur den allerersten Beginn einer Durchführung [4].
Auf dem Papier wirkt das Stück wie späte Mozart-Kammermusik und nicht wie eine bloße Skizze: Die beiden Bläser fungieren als lyrische Protagonisten (oft im Dialog oder mit ineinandergreifenden Phrasen), während die Streicher mehr leisten als bloß zu begleiten—sie sorgen für harmonischen Auftrieb, innere Gegenstimmen und präzise Kadenzbildung in einem dichten, gesprächsartigen Satz. Die Besetzung prägt dabei den Charakter entscheidend: Der Glanz der Klarinette wird durch das dunklere, verhüllte Timbre des Bassetthorns gedämpft, sodass selbst rasches Material eher mild und herbstlich als demonstrativ concertante wirkt [1].
Neben der leuchtenden Selbstverständlichkeit von K. 581 erscheint K. 580b wie ein Seitenweg—doch einer, der ganz in Mozarts spätem Idiom steht, in dem das Dramatische weniger im Effekt als im fein abgestuften Austausch von Melodie, Farbe und harmonischer Zielrichtung liegt.
[1] Mozarteum Köchel Catalogue entry for K. 580b (work details, scoring, fragment status).
[2] Wikipedia: Clarinet Quintet (Mozart) — contextual reference to K. 581 and related fragmentary material.
[3] Digital Mozart Edition (NMA) PDF: *Quintets with Wind Instruments* — includes reference/illustration to the F-major quintet fragment KV Appendix 90 (580b).
[4] The Clarinet (International Clarinet Association) PDF — notes on K. 580b fragment extent (93 bars; exposition largely complete).




