Rezitative und Arie für Sopran: „In quali eccessi … Mi tradì quell’alma ingrata“ (K. 540c)
沃尔夫冈·阿马德乌斯·莫扎特

Mozarts Recitativo strumentato und die Arie „In quali eccessi … Mi tradì quell’alma ingrata“ (K. 540c) sind eine späte Wiener Szene für Sopran und Orchester, 1788 komponiert und als ergänzender Einschub überliefert, der mit der Wiener Fassung von Don Giovanni verbunden ist. In B-Dur verdichtet sie Donna Elviras typischen Konflikt – Empörung, Verletzung und Mitgefühl – zu einer kompakten, aber theatrisch hochkonzentrierten Nummer.
Hintergrund und Kontext
In Wien im Jahr 1788 beschäftigte sich der 32-jährige Wolfgang Amadeus Mozart erneut mit Don Giovanni, K. 527 für dessen Wiener Erstaufführung (7. Mai 1788). Das begleitete Rezitativ und die Arie „In quali eccessi … Mi tradì quell’alma ingrata“ gehören in diesen Wiener Zusammenhang und gelten weithin als neu geschriebene Ersatz- bzw. Einschubszene für Donna Elvira, komponiert für die Sopranistin Caterina Cavalieri.[1][2] Das Stück ist gesondert als K. 540c katalogisiert und in modernen Werkverzeichnissen mit der „zweiten Fassung“ von Don Giovanni verknüpft.[3]
Was überliefert ist
Überliefert sind ein begleitetes Rezitativ (recitativo strumentato) mit unmittelbar anschließender Arie, beide für Sopran und Orchester, als in sich geschlossene Szene in B-Dur notiert.[3] Dramatisch stellt der Text Elviras Entrüstung („In quali eccessi…“) dem schmerzlichen moralischen Zurückschrecken der Arie („Mi tradì quell’alma ingrata“) gegenüber: Mozarts Vertonung schärft diese Dualität, indem sie vom deklamatorischen, spannungsgeladenen Tonfall des Rezitativs zu einer weiter ausgesponnenen lyrischen Argumentation in der Arie übergeht, in der Gesangslinie und orchestraler Kommentar Elviras Selbstwiderspruch voll ausleuchten können.
Wissenschaftlicher Kontext
Obwohl K. 540c häufig als „Wiener Arie“ der Donna Elvira aufgeführt und aufgenommen wird, steht das Stück etwas abseits vom Prager Haupttext von Don Giovanni und erscheint daher in Ausgaben und Katalogen mit einem gewissen Grad bibliographischer Eigenständigkeit.[1][3] Im Vergleich mit Mozarts anderer spätwienerischer Opernproduktion zeigt sich hier sein anhaltendes Interesse – trotz finanzieller und beruflicher Belastungen im Jahr 1788 –, Nebenfiguren ein geschärftes psychologisches Profil zu geben, erreicht durch den straffen Wechsel der Szene zwischen sprechnahem Drängen und getragen-melodischer Selbstbefragung.
[1] Wikipedia — Don Giovanni: Vienna premiere date and notes on added numbers including “Mi tradì quell’alma ingrata” (K. 540c) for Caterina Cavalieri.
[2] French Wikipedia — Caterina Cavalieri: identifies K. 540c as written for the 1788 Vienna revival of Don Giovanni.
[3] International Mozarteum Foundation (Köchel Catalogue Online) — work entry for KV 540c/a: key (B♭ major) and relation to the “second version” of Don Giovanni.