K. 712

Rezitativ „Ahi, cosa veggio!“ für Sopran und Orchester (K. 712) — zweifelhafte Einleitung zu „Vado, ma dove? Oh Dei!“ (K. 583)

沃尔夫冈·阿马德乌斯·莫扎特

Silverpoint drawing of Mozart by Dora Stock, 1789
Mozart, silverpoint by Dora Stock, 1789 — last authenticated portrait

Das begleitete Rezitativ Ahi, cosa veggio! (K. 712) ist eine kurze Szene zweifelhafter Echtheit für Sopran und Orchester in C-Dur, die offenbar dazu gedacht war, unmittelbar in Mozarts Einlagearie Vado, ma dove? Oh Dei! (K. 583) überzuleiten. Die Internationale Stiftung Mozarteum datiert das Stück nach Wien (Oktober–November 1789) und bringt es mit einer gemeldeten Aufführung im Burgtheater am 9. November 1789 in Verbindung; die Überlieferung des Werks lässt die Autorschaft jedoch unsicher.[1]

Hintergrund und Kontext

Obwohl es in sekundären Datenbanken mitunter falsch abgelegt ist, handelt es sich bei K. 712 nicht um Klaviermusik, sondern um ein orchestrales begleitetes Rezitativ (recitativo strumentato) für Sopran.[1] Es steht in Verbindung mit Mozarts Einlagearie Vado, ma dove? Oh Dei! (K. 583), die zur Einschaltung in Vicente Martín y Solers Oper Il burbero di buon core komponiert wurde.[2]

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Der Mozarteum-Katalog verortet das Rezitativ in Wien im Oktober–November 1789 und nennt für eine erste Aufführung ein konkretes Burgtheater-Datum (9. November 1789), kennzeichnet die Partitur jedoch zugleich als „Werk zweifelhafter Echtheit“.[1] In eben diesen Monaten bewegte sich Mozart—nun 33-jährig—in einem geschäftigen Theaterbetrieb und schrieb rasch für praktische Bühnenbedürfnisse; genau in einer solchen Situation konnten kurze Einlagestücke auf Wegen zirkulieren, die später die Autorschaft verwischen.

Musikalischer Charakter

Auf dem Papier wirkt der Text wie eine schnelle Abfolge erschrockener Erkenntnisse („Schulden… mein Mann… Verhaftung… Schande…“): von Bestürzung hin zu Entschlossenheit, und er mündet, indem er sich nahtlos anfügt, in die Anfangsfrage der Arie: „Vado, ma dove?[2] Als begleitetes Rezitativ ist seine Rhetorik im Kern theatralisch: Die Singstimme folgt der Sprachsyntax, während das Orchester die Satzzeichen setzt—die Panik der Figur zuspitzt und dann das Drama verdichtet, wenn sie sich zum Handeln stählt.

Als Einleitung zu K. 583 gehört die wichtigste musikalische Funktion des Rezitativs ins Vorbereitende: Es rahmt die Arie nicht als abstrakte Klage, sondern als unmittelbare Fortsetzung einer gesprochenen Krise, sodass die zögernde, fragende Haltung der Arie wie der nächste Atemzug derselben Szene wirkt.[2]

[1] Internationale Stiftung Mozarteum (Köchel-Verzeichnis): KV 712 work page with authenticity status, dating (Vienna Oct–Nov 1789), and first-performance note (Burgtheater, 9 Nov 1789).

[2] Cedille Records booklet PDF for the album "Divas of Mozart’s Day": prints the Italian text and English translation for “Ahí cosa veggio … Vado, ma dove?” and discusses its function as an accompanied recitative leading into K. 583.