K. 571a

Quartett für Sopran, zwei Tenöre und Bass „Caro mio Druck und Schluck“ (K. 571a)

von Wolfgang Amadeus Mozart

Silverpoint drawing of Mozart by Dora Stock, 1789
Mozart, silverpoint by Dora Stock, 1789 — last authenticated portrait

Mozarts humorvolles Vokalquartett „Caro mio Druck und Schluck“ (K. 571a) ist ein unvollendetes, im privaten Rahmen angelegtes Ensemblestück, das in Autograph überliefert ist und mit Wien um 1789–1790 in Verbindung steht. Für Sopran, zwei Tenöre und Bass mit Tasteninstrument ad libitum gesetzt, gehört es eher zur intimen späten Wiener Musizierwelt unter Freunden als auf die öffentliche Bühne [1].

Hintergrund und Kontext

„Caro mio Druck und Schluck“ (K. 571a) ist als unvollendetes Quartett überliefert; seine Authentizität wird im aktuellen Werkverzeichnis der Mozarteum-Datenbank als zweifelhaft geführt [1]. Derselbe Eintrag nennt dennoch eine Autograph-Quelle und weist das Werk Wien, 1790 zu, während die traditionelle Verbindung mit 1789 in älterer Nummerierung und in Sekundärverzeichnissen beibehalten wird [1].[2]

Ein besonders aufschlussreiches Detail ist die in der Mozarteum-Datenbank angegebene „Besetzungsliste“: Constanze als Sopran, Mozart als einer der Tenöre, dazu zwei weitere männliche Mitwirkende, die nur durch Initialen bezeichnet sind [1]. Falls dies die vorgesehenen Ausführenden widerspiegelt, gehört das Quartett vermutlich zur häuslichen Geselligkeit nach Feierabend im Wiener Umfeld des 33-jährigen Mozart – Musik, die einen kleinen Kreis unterhalten sollte, nicht dazu gedacht, ein neues Opus zu lancieren.

Musikalischer Charakter

Das Werk ist ein kurzes komisches Ensemble in Es-Dur, für Sopran, zwei Tenöre, Bass und Tasteninstrument (*clavier*) *ad libitum [1].[2] Der gemischtsprachige Titel – italienisch anmutendes „Caro mio“ neben der deutschen Wendung „Druck und Schluck“ – signalisiert bereits den scherzhaften, gesprächsnahen Ton: eher eine geistreiche Salon-Szene als ein Bühnenensemble im eigentlichen Sinn.

So unvollständig das Stück auch ist, deutet es doch auf Mozarts anhaltenden Instinkt für klare vokale Charakterisierung durch Satztechnik: Das Gleichgewicht von vier eigenständigen Singstimmen (S–T–T–B) lädt zu flinkem Wortwechsel ein, wobei der Bass die Harmonie verankert, während die Oberstimmen kurze Wendungen untereinander austauschen können. Im Kleinen zeigt sich derselbe Wiener Sinn dafür, geselliges Musizieren mit theatralischem Timing zu beleben – nur hier auf das Format eines Fragments verdichtet, das eher ein Schmunzeln hervorrufen soll, als ein Opernfinale zu krönen.

[1] Internationale Stiftung Mozarteum (Köchel-Verzeichnis): work entry for K. 571a with status (doubtful authenticity), dating, scoring, key, and cast list.

[2] IMSLP: bibliographic page for “Caro mio Druck und Schluck,” K.Anh.5/571a, including key (E♭ major), scoring (4 voices and piano), and access to an early printed score scan.