K. 612

Per questa bella mano (Arie für Bass) in D-Dur, K. 612

ヴォルフガング・アマデウス・モーツァルト作

Silverpoint drawing of Mozart by Dora Stock, 1789
Mozart, silverpoint by Dora Stock, 1789 — last authenticated portrait

Mozarts Per questa bella mano (K. 612) ist eine späte, höchst originelle Konzertarie für Bass—vollendet in Wien am 8. März 1791—die den Sänger mit einem ungewöhnlich virtuosen obligaten Kontrabass zusammenführt. In einem Jahr, das von großen Projekten (La clemenza di Tito, Die Zauberflöte und dem unvollendeten Requiem) geprägt war, ragt dieses kompakte Stück als witzige, theatrale Schaunummer hervor: für zwei ganz bestimmte Interpreten—und für den Kontrabass selbst.[1][2]

Hintergrund und Kontext

Konzertarien nehmen in Mozarts Schaffen eine besondere Stellung ein: eigenständige vokale Schaustücke, oft für bestimmte Sängerinnen oder Sänger geschrieben, die opernhaften Glanz ausstrahlen, ohne zu einem vollständigen Bühnenwerk zu gehören. Per questa bella mano (D-Dur, K. 612) gehört zu dieser Tradition—mit einer Wendung, die das Stück sofort unverwechselbar macht: Zur Bassstimme tritt ein obligater Kontrabass als hervorgehobener instrumentaler Solist hinzu, nicht bloß als Continuo-Fundament.[1][3]

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Mozarts eigenes Werkverzeichnis datiert die Arie auf den 8. März 1791 und vermerkt, sie sei „für Herrn Görl und Pischlberger“ geschrieben—gemeint sind in der Regel der Sänger Franz Xaver Gerl und der virtuose Kontrabassist Friedrich Pischelberger, beide aus dem Umfeld von Emanuel Schikaneders Theaterwelt in Wien.[1][4]

In diesem späten Wiener Kontext wirkt die Arie wie ein Blick in Mozarts Werkstattpraxis: maßgeschneiderte Musik, rasch und ökonomisch geschrieben, mit feinem Gespür für die gerade verfügbaren Persönlichkeiten. „Klein“ ist sie nur im Umfang, nicht in der Erfindung; tatsächlich verleihen nur wenige Vokalstücke des späten 18. Jahrhunderts dem Kontrabass eine derart unverhohlene Starrolle.

Text und Komposition

Das Werk ist eine italienische aria für Bass in D-Dur, komponiert 1791 in Wien—Mozarts letztem Lebensjahr (er war 35). Der Text beginnt mit „Per questa bella mano“ („Für diese schöne Hand“) und entwirft eine galante, theatrale Situation: Der Sänger wendet sich mit koketter Dankbarkeit an eine Geliebte (oder Wohltäterin) und setzt dabei, ganz im Instinkt des Opernsängers, auf rhetorische Zuspitzung.[3]

Musikalisch ist die Arie meist als ein einziger Satz überliefert (oft als Andante bezeichnet) und liegt vollständig in Partitur vor.[2] Die Orchestrierung ist klassisch und pragmatisch, doch die Besetzung macht die Absicht unmissverständlich: Der Kontrabass ist nicht nur dabei—er wird dramatisch in den Vordergrund gerückt.

Instrumentation (typische Besetzung):

  • Holzbläser: 2 Oboen, 2 Fagotte
  • Blechbläser: 2 Hörner
  • Streicher: Violinen I & II, Viola sowie ein hervorgehobener Solo-Kontrabass
  • Stimme: Solo-Bass

(Die genaue Auflistung variiert je nach Edition und Aufführungspraxis leicht; die Grundidee—Bassstimme mit obligatem Kontrabass und Orchester—bleibt unverändert.)[2]

Musikalischer Charakter

Was Per questa bella mano so bemerkenswert macht, ist die kühne Neudeutung von Virtuosität im Bass-Fach. Der Sänger erhält durchaus ein Bravourstück—warmes Tiefenfundament, bei Bedarf eine fast parlandoartige Deutlichkeit und den Gestus opernhafter Ansprache—doch der Kontrabass wird als gleichberechtigter Partner behandelt: Er antwortet, verziert und stiehlt mitunter die Szene mit raschen Figuren, die man sonst eher einer Violine oder einem Violoncello zuschreiben würde.[4]

Das ist mehr als ein bloßer Effekt. Mozart wusste, wie sehr Klangfarbe Charakter formt: Der Kontrabass kann je nach Lage und Artikulation komisch, großartig oder verschmitzt verführerisch wirken. Indem er diese Farbe nach vorn holt, schafft er ein Miniatur-Drama als Duett—Stimme und Instrument—im Rahmen einer Konzertarie. Das Ergebnis wirkt zugleich theatralisch (als sei es der Bühne entnommen) und bewusst „concertante“: eine spätklassische Freude, in der Virtuosität zur Art von Dialog wird.

Innerhalb von Mozarts spätem Vokalschaffen beleuchtet die Arie zudem seine praktischen Wiener Netzwerke. Wenn Die Zauberflöte Mozarts Genie für große, gemischte Theaterwelten zeigt, dann bündelt Per questa bella mano denselben Instinkt in einer einzigen, ungewöhnlichen Partnerschaft—die bis heute frisch klingt, gerade weil kaum ein Komponist der Zeit dem Kontrabass zugetraut hätte, so auffällig „mitzusingen“.

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[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis entry for KV 612 (date, place, scoring notes, catalogue wording).

[2] IMSLP work page for K. 612 (movement listing, composition date, instrumentation as commonly catalogued, available editions).

[3] Wikipedia article summarizing K. 612 (genre identification as concert aria, basic context and dating).

[4] Opera Today (August 2016 archive) discussion of *Per questa bella mano* (probable intended performers; Viennese tuning/practical performance considerations; virtuoso obbligato bass writing).