8 Variationen in F über „Ein Weib ist das herrlichste Ding“, K. 613
ヴォルフガング・アマデウス・モーツァルト作

Mozarts 8 Variationen in F über „Ein Weib ist das herrlichste Ding“ (K. 613) sind ein spätes Wiener Klavierwerk, entstanden zwischen dem 8. März und dem 12. April 1791, im letzten Lebensjahr des Komponisten.[1] Aufgebaut auf einer populären Bühnenmelodie aus dem Umfeld von Emanuel Schikaneders Theaterwelt, zeigen sie Mozart dabei, wie er Alltagsmaterial in souveränes, pianistisch dankbares Kunsthandwerk verwandelt – an der Oberfläche witzig, darunter meisterhaft konstruiert.[2]
Hintergrund und Kontext
1791 hatte Mozart (35-jährig) in Wien eine ungewöhnlich dichte Mischung an Projekten zu bewältigen: öffentliche Aufträge, Unterricht und Auftritte sowie Opernverpflichtungen, zu denen bald auch Die Zauberflöte zählen sollte.[1] Neben den größeren, dramatischeren Spätwerken pflegte er weiterhin eine Gattung, die er seit langem wie eine Art „öffentliches Notizbuch“ nutzte: Klaviervariationen über bekannte Melodien – Musik, die sich rasch unter Liebhabern wie Kennern verbreiten konnte.
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K. 613 gehört zu dieser praktischen, städtischen Tradition. Das Thema „Ein Weib ist das herrlichste Ding“ entstammt dem populären komisch-theatralischen Milieu um Schikaneders Truppe im Freihaus-Theater auf der Wieden (dasselbe Wiener Ökosystem, in dem Mozart später für Die Zauberflöte zusammenarbeiten sollte).[3] Die Anziehungskraft lag auf der Hand: Das Publikum kannte die Melodie bereits, und Pianisten konnten Mozarts Kunst genießen, wie sie einen eingängigen Einfall durch verschiedene Charaktere bricht.
Komposition
Die Acht Variationen entstanden in Wien zwischen dem 8. März und dem 12. April 1791.[1] Ein Autograph-Manuskript ist nicht überliefert; doch bereits im Juni 1791 erschien das Werk bei Artaria im Druck – ein Hinweis darauf, dass es nicht als privates Experiment gedacht war, sondern als verkäufliches, spielbares Repertoire für den häuslichen Gebrauch.[2]
Diese Datierung ist aufschlussreich. Mozarts späte Klavierschreibweise balanciert häufig Ökonomie und Raffinesse: Statt auf bloße Ausdehnung zu zielen, schärft sie Gestus, Harmonik und Textur. K. 613 ist im Umfang bescheiden, und doch stammt es von einem Komponisten, der mit wenigen Takten eine ganze Theaterszene andeuten – und sie dann für das Klavier neu formen kann.
Form und musikalischer Charakter
Die Anlage ist unkompliziert: ein Thema in F-Dur, gefolgt von acht Variationen.[3] Was den Zyklus auszeichnet, ist weniger die Neuheit des Plans als die Feinheit, mit der Mozart Kontraste abstufend gestaltet. Jede Variation verändert nur eine begrenzte Zahl von Parametern – Register, Figuration, Begleitmodell, Artikulation –, sodass der Hörer die Silhouette des Themas stets spürt, selbst wenn es spielerisch maskiert wird.
Mehrere Variationen pflegen das Ideal der „singenden Linie“ (eine cantabile geführte rechte Hand mit stützender Textur in der linken), andere hellen sich zu extrovertierterer Passagenarbeit auf. Wie in vielen Variationswerken Mozarts steigen die technischen Anforderungen im Verlauf häufig an – jedoch nicht als leere Zurschaustellung: Virtuosität dient dem Wechsel der Perspektive, als würde dasselbe Bühnenlied von unterschiedlichen Figuren neu gedeutet.[1]
Für heutige Hörer lohnt K. 613 gerade deshalb Aufmerksamkeit, weil es zwischen Welten steht. Es schöpft aus der theatralen Populärkultur, doch seine Stimmführung und sein harmonisches Timing sind unverkennbar der späte Mozart. In wenigen Minuten zeigt es, wie die Variationsgattung zugleich zugänglich sein konnte (verwurzelt in einer Erfolgsnummer) und still anspruchsvoll (sie verlangt die Kontrolle von Balance, Anschlag und Phrasierung).
Rezeption und Nachwirkung
Anders als Mozarts berühmteste Konzertwerke ist K. 613 ein Stück für Kenner geblieben – man begegnet ihm häufig eher im Kontext von Gesamtausgaben als als eigenständigem „Dauerbrenner“ im Rezitalprogramm. Doch die Veröffentlichung kurz nach der Fertigstellung deutet auf einen vorhandenen Markt im Jahr 1791 hin; und heute ist es sowohl in maßgeblichen Gesamtausgaben als auch in weithin zugänglichen Nachdrucken erhalten.[2][4]
In Mozarts Œuvre lässt sich das Werk als Teil einer späten Klavier-„Miniaturen“-Tradition hören: kompakte Formen, die aufmerksames Zuhören und kultiviertes Spiel belohnen. K. 613 erhebt keinen Anspruch auf das philosophische Gewicht der großen späten Kammermusik, bietet jedoch etwas ebenso Typisches – Mozarts Fähigkeit, Musik von der Straße und aus dem Theater zu nehmen und sie ohne Herablassung zu Kunst zu veredeln, die klar, humorvoll und elegant proportioniert bleibt.
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[1] Mozarteum Köchel Catalogue entry for KV 613 (work title, genre, and composition window/location).
[2] MozartDocuments.org PDF (notes on autograph status, completion dates, and Artaria publication in June 1791).
[3] Wikipedia article summarizing the work, its theme, and theatrical source context.
[4] IMSLP page for K. 613 (public-domain editions and bibliographic overview).









