K. 716

„Pamina, wo bist du?“ (K. 716) — Zweifelhaftes Duett mit Bezug zu *Die Zauberflöte*

沃尔夫冈·阿马德乌斯·莫扎特

Silverpoint drawing of Mozart by Dora Stock, 1789
Mozart, silverpoint by Dora Stock, 1789 — last authenticated portrait

Das Duett „Pamina, wo bist du?“ (K. 716) ist eine kurze, überlieferte, aber in seiner Echtheit zweifelhafte Vokalnummer, die mit Mozarts Die Zauberflöte, K. 620, in Verbindung steht. Überliefert ist es nur in einer späteren Partiturabschrift und wird meist in Mozarts Wiener Zeit in den Sommer 1791 datiert.

Was bekannt ist

„Pamina, wo bist du?“ ist als K. 716 verzeichnet: ein Duett für Tenor und Bass mit Orchester—in der Regel als Tamino (Tenor) und Papageno (Bass) verstanden—und ausdrücklich mit Die Zauberflöte, K. 620, verknüpft.[1] Die Internationale Stiftung Mozarteum führt das Werk als erhalten, aber unvollendet, mit zweifelhafter Authentizität, und datiert es auf Wien, Juli–September 1791 (die Monate, in denen Mozart Die Zauberflöte vollendete).[1]

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Das Duett ist offenbar nicht in Mozarts Autograph überliefert, sondern in einer einzigen Partiturabschrift aus dem frühen 19. Jahrhundert, die in Detmold (Lippische Landesbibliothek) aufbewahrt wird—ein Umstand, der die Autorschaft offenlässt.[2] In die öffentliche Diskussion gelangte das Stück gegen Ende des 19. Jahrhunderts, nachdem es von Richard Genée vorgestellt und anschließend in einigen frühen Klavierauszügen gedruckt worden war, während spätere Ausgaben es wieder wegließen.[2]

In Mozarts letztem Lebensjahr (im Alter von 35) würde eine solche Nummer zu seiner gut dokumentierten Arbeitsweise bei Bühnenprojekten passen: Entwürfe anfertigen, überarbeiten und Stücke ersetzen, wenn sich dramatischer Plan und praktische Erfordernisse einer Oper verändern. In diesem Fall könnte das Duett einen frühen, später verworfenen Versuch eines Tamino–Papageno-Moments darstellen, eher als eine fest zu verortende „fehlende Nummer“.[2]

Musikalischer Gehalt

In der überlieferten Gestalt steht das Duett in B-Dur und gliedert sich in zwei Abschnitte: einen Andante-Dialog (44 Takte) und ein anschließendes Allegro (68 Takte).[2] Die in der Detmolder Quelle angegebene Besetzung—2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 2 Hörner und Streicher—entspricht grundsätzlich der Orchesterpalette, die Mozart auch sonst in Die Zauberflöte verwendet.[2]

Stilistisch wird der Beginn häufig als überzeugend „mozartisch“ beschrieben, mit einer vergleichsweise aktiven, dicht verwobenen Begleitung unter den Singstimmen; zugleich wirkt das Gesamtprofil des Stücks uneinheitlich, unter anderem durch eine Passage, in der Tamino faktisch in einen Quasi-Monolog übergeht—eine für ein Duett ungewöhnliche dramaturgische Gewichtsverteilung.[2] Deshalb tendiert die heutige Kommentierung dazu, K. 716 als musikalisch reizvoll, aber kaum vollständig von Mozart anzusehen, selbst wenn einzelne musikalische Einfälle (vor allem im ersten Abschnitt) plausibel aus seinem Umfeld während der Arbeit an der Oper stammen könnten.[2]

[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis entry for K. 716 (status: doubtful authenticity; extant, uncompleted; dating Vienna July–Sept 1791; key B♭ major).

[2] Ulrich Leisinger, “[t]akte” (Bärenreiter Magazin) article on the duet “Pamina, wo bist du?”—source situation (unique early 19th-c. score copy in Detmold), structure (Andante 44 bars + Allegro 68 bars), instrumentation, and authenticity assessment.