Orchesterstück in e-Moll (Fragment), K. 693
de Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Instrumentalstück in e (Orchesterstück in e-Moll), K. 693, ist ein kurzes erhaltenes sinfonisches/orchestrales Fragment aus Wien aus dem Jahr 1785 – nur 16 Takte lang. Trotz seines geringen Umfangs ist die Tonart e-Moll in Mozarts Orchesterschaffen auffallend selten und deutet in seinen Wiener Spitzenjahren auf einen ernsteren, dramatischeren Impuls hin.
Was bekannt ist
K. 693 ist ein authentisches autographes Orchesterfragment von Mozart, datiert auf Wien 1785.[1] Die Skizze bricht nach 16 Takten ab, was eher auf einen rasch aufgegebenen Eröffnungsgedanken als auf den Entwurf eines vollständigen Satzes hindeutet.[1] Erhalten ist sie auf einem Doppelblatt, das Mozart ursprünglich für eine Skizze im Zusammenhang mit Cherubinos Arie „Non so più cosa son, cosa faccio“ aus Le nozze di Figaro, K. 492 verwendet hatte – ein Hinweis darauf, dass er 1785 bereits musikalische Einfälle für die Oper sammelte, die er zur Uraufführung 1786 vollenden sollte.[1]
Zuverlässige Belege für einen Plan eines vollständigen Satzes, einen vorgesehenen Anlass oder eine vollständige Besetzung über die allgemeine Angabe „für Orchester“ hinaus haben sich nicht erhalten; auch ist über Wien hinaus kein genauerer Kompositionsort in der überlieferten Quellenbeschreibung gesichert dokumentiert.[1]
Musikalischer Inhalt
Gerade weil das Fragment so kurz ist, wirkt es weniger wie eine ausgearbeitete sinfonische Argumentation als vielmehr wie eine dunkel eingefärbte Eröffnungsgeste: ein Beginn in e-Moll, der sofort ein gespanntes, dringliches Profil setzt, bevor Mozart den Gedanken mitten im Verlauf wieder fallen lässt.[1] Vor dem Hintergrund seines Schaffens von 1785 – geprägt von öffentlicher Virtuosität (Klavierkonzerte) und der langfristigen Planung von Figaro – erscheint K. 693 wie ein flüchtiger Blick auf die strenge Orchester-Rhetorik, die Mozart später in Werken wie dem d-Moll-Klavierkonzert Nr. 20, K. 466 (früher im Jahr 1785 vollendet) entschiedener verfolgen sollte.[2])
[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis entry for KV 693: dating (Vienna, 1785), fragment length (16 measures), and manuscript note about reuse of paper from a Figaro aria sketch.
[2] Wikipedia: overview and date context for Mozart’s Piano Concerto No. 20 in D minor, K. 466 (1785), used for cautious stylistic/historical comparison.