K. 36

„Or che il dover – Tali e cotanti sono“ (K. 36): Rezitativ und Arie in D-Dur

par Wolfgang Amadeus Mozart

Portrait of Mozart aged 13 in Verona, 1770
Mozart aged 13 at the keyboard in Verona, 1770

Mozarts Rezitativ und Arie für Tenor und Orchester Or che il dover – Tali e cotanti sono (K. 36), im Dezember 1766 in Salzburg komponiert, ist eine zeremonielle licenza – Huldigungsmusik, geschrieben, als der Komponist erst zehn Jahre alt war. Festlich in der Besetzung und von öffentlichem Ton, gehört das Stück zu den frühesten Werken, die seinen Instinkt für theatralische Deklamation auf großer orchestraler Leinwand erkennen lassen.[1]

Mozarts Lebensumstände zur Zeit der Komposition

Ende 1766 war Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) nach der langen Europareise der Familie wieder in Salzburg und nahm das Komponieren für das örtliche höfische Umfeld rasch wieder auf.[1] Die Scena war vermutlich für eine Hofunterhaltung am 21. Dezember 1766 bestimmt, die den Jahrestag der Amtseinsetzung von Erzbischof Sigismund von Schrattenbach beging – ein Anlass, der ausdrücklich loyale, öffentlichkeitswirksame Rhetorik verlangte.[1]

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Musikalischer Charakter

Das Werk entfaltet sich als begleitetes Rezitativ (Or che il dover), das in eine jubelnde Arie (Tali e cotanti sono) in D-Dur mündet.[1] Die Orchestrierung ist auffallend feierlich – Tenor mit Holzbläsern (2 Oboen, 2 Fagotte), Blechbläsern (2 Hörner in D, 2 Trompeten in D), Schlagwerk (Pauken) und Streichern – und wird häufig als Mozarts erste Verwendung von Trompeten und Pauken hervorgehoben.[1] Der Text (Autor unbekannt) ist eine formelle Danksagung an einen „ausgezeichneten Fürsten“, und Mozart antwortet darauf mit leuchtenden, fanfarentauglichen Klangfarben und einer vorwärtsdrängenden, deklamatorischen Vokallinie, die das italienische Rezitativ bereits als belebtes Drama behandelt und nicht bloß als verbindendes Beiwerk.[1]

[1] Wikipedia — “Or che il dover – Tali e cotanti sono” (background, date, occasion, instrumentation).