K. 435

„Mußt’ ich auch durch tausend Drachen“ (K. 435) — Mozarts Skizze zu einer Tenor-Arie

von Wolfgang Amadeus Mozart

Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

„Mußt’ ich auch durch tausend Drachen“ (K. 435) ist eine unvollständige Skizze zu einer deutschsprachigen Tenor-Arie, entstanden 1783 in Wien, als Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) 27 Jahre alt war. Erhalten ist sie nur als autographer Entwurf und erlaubt einen seltenen Blick darauf, wie Mozart in den Jahren unmittelbar nach Die Entführung aus dem Serail auf dem Papier dachte.

Was bekannt ist

Von „Mußt’ ich auch durch tausend Drachen“ (K. 435) ist nur eine Skizze überliefert, ein Arienentwurf für Tenor und Orchester aus Mozarts Wiener Jahren (1783). Die Quelle ist ein Autograph und wird ausdrücklich als nicht vollständig instrumentiert beschrieben („…nicht ganz instrumentirt“).[1] Spätere Drucke und Bibliotheksabschriften spiegeln das Nachleben des Fragments in Gesamtausgaben des 19. Jahrhunderts.[2]

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Wofür die Skizze dramatisch bestimmt war, bleibt unklar. Ein plausibler Zusammenhang ist Mozarts Interesse, Anfang 1783 erneut eine deutsche komische Oper in Angriff zu nehmen—ein Vorhaben, das in seiner Korrespondenz erwähnt wird und gelegentlich (mit gebotener Vorsicht) mit erhaltenen deutschen Arienfragmenten aus demselben Jahr in Verbindung gebracht wird.[3]

Musikalischer Inhalt

Der Handschriftenkatalog beschreibt einen Satz Allegro con brio in D-Dur, auf acht Folios angelegt; am vollständigsten sind Gesangsstimme und Bass ausgeführt, während die Orchesterführung unvollendet bleibt.[1] Die erhaltenen Hinweise zur Besetzung deuten auf eine klassisch-opernhafte Palette—Streicher mit paarweise besetzten Oboen, Klarinetten, Fagotten und Hörnern—auch wenn die Stimmen im Entwurf nur stellenweise eingetragen sind.[1] Gerade in seiner Unvollständigkeit rückt K. 435 nahe an die Werkstatt von Mozarts Wiener Bühnenstil heran: energisch, von der Gesangslinie her gedacht und mit Sinn für Bläserfarben konzipiert, zugleich aber in der provisorischen Kurzschrift eines Komponisten bewahrt, der schneller arbeitete, als die Seite es bequem fassen konnte.

[1] Kunstsammlungen der Veste Coburg (PDF): manuscript catalogue entry for “Müßt ich auch durch tausend Drachen” (KV 435/KV 416b), describing autograph status, D major, incompletely orchestrated score, and scoring indications.

[2] IMSLP work page for “Müsst' ich auch durch tausend Drachen, K.435/416b” (bibliographic details and access to historical editions).

[3] Leroy A. Smith, “The Concert Arias of Mozart” (University of North Texas digital thesis PDF): discusses K. 435 as a 1783 tenor aria and connects it (speculatively) to Mozart’s early-1783 German opera plans via a cited letter passage.