K. 516f

Musikalisches Würfespiel (Musical Dice Game), K. 516f (C-Dur)

by Wolfgang Amadeus Mozart

Silverpoint drawing of Mozart by Dora Stock, 1789
Mozart, silverpoint by Dora Stock, 1789 — last authenticated portrait

Mozarts Musikalisches Würfespiel (K. 516f) ist ein kurioser Wiener Zusatz aus dem Jahr 1787: kein abgeschlossenes „Stück“ im üblichen Sinn, sondern ein Blatt mit kurzen Modulen, die sich auf verschiedene Weise kombinieren lassen. Obwohl die überlieferte Quelle mit Mozarts Hand in Verbindung steht, bleiben Autorschaft und Zweck des Materials zweifelhaft, und es wird häufig eher als kompositorischer Zeitvertreib denn als Konzertwerk diskutiert.

Was bekannt ist

Das als Musikalisches Würfespiel (K. 516f) bekannte Material wird mit Wien im Jahr 1787 in Verbindung gebracht, als Mozart—31-jährig—auf dem Höhepunkt seines reifen Stils stand und zwischen Oper (Don Giovanni), Kammermusik und einem intensiven Unterrichtsalltag wechselte. Überliefert ist keine durchgehende Partitur, sondern kurze notierte Segmente zur Neukombination, bewahrt in einer Handschriftenquelle, die als Ms. 253 (Paris) geführt und in modernen Quellenberichten beschrieben wird. Besonders auffällig ist, dass dieses Blatt zusammen mit sachfremdem Mozart-Material überliefert ist (namentlich einer Klavierbearbeitung aus dem langsamen Satz des Streichquintetts g-Moll, K. 516), was einfache Annahmen über Funktion und Autorschaft erschwert.[1][2]

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Musikalischer Inhalt

Musikalisch besteht K. 516f aus sehr kurzen, in sich geschlossenen Phrasen—oft Zweitakter—die in C-Dur notiert sind und so angelegt wurden, dass sie nach einer bestimmten Regel oder einem Auswahlverfahren in beliebiger Folge „passen“ und, zusammengesetzt, eine stimmige kleine Klaviersatz-Textur ergeben.[3] Anders als Mozarts vollständig ausgearbeitete Tänze oder Menuette stellen diese Schnipsel vor allem kadenzielle Klarheit und regelmäßigen Phrasenrhythmus in den Vordergrund, sodass unterschiedliche Abfolgen dennoch eine plausible periodische Syntax ergeben können (Vordersatz–Nachsatz-Gesten, einfache harmonische Wege und saubere Schlüsse). In diesem Sinn spiegelt es den Geschmack des späten 18. Jahrhunderts für elegante, unmittelbar verständliche musikalische Grammatik—hier als eine Art kombinatorisches Spiel behandelt und nicht als eine einzige, feststehende Komposition.[2]

[1] Digital Mozart Edition (Mozarteum): source report noting the leaf that contains the “Musikalisches Würfelspiel KV 516f” alongside other Mozart material (Ms. 253)

[2] IMSLP work page: basic cataloging (K. 516f / Anh. 294d), key (C major), year (1787), and available scans/editions

[3] Spanish Wikipedia overview: describes the 1787 manuscript as comprising many very short fragments (often two bars) suggesting a system for constructing music from such units