K. 431

Mozart: Rezitativ und Arie für Tenor „Misero! O sogno!“ (K. 431)

ヴォルフガング・アマデウス・モーツァルト作

Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

Mozarts Rezitativ und Arie (Scena) für Tenor „Misero! O sogno! … Aura, che intorno spiri“ (K. 431; auch als K. 425b katalogisiert) ist ein kompaktes Operndrama, das 1783 in Wien entstand. Obwohl es nicht zu einer vollständigen Mozart-Oper gehört, bündelt es seinen reifen italienischen Theaterstil zu einer konzerttauglichen Szene – teils Klage, teils Bravourstück, und ganz von lebendiger Charakterzeichnung getragen.

Hintergrund und Kontext

1783 in Wien komponiert, gehört „Misero! O sogno, o son desto?“ – „Aura, che intorno spiri“ zu Mozarts reichem Bestand an selbstständigen Arien und Szenen – Stücken, die für bestimmte Sänger, für den Konzertgebrauch oder zur Einschaltung in Bühnenwerke gedacht waren, statt als feste Nummern in seinen eigenen Opern zu fungieren.[1] Im Köchel-Verzeichnis erscheint es als K. 431 (mit der Alternativnummer K. 425b) unter der übergeordneten Rubrik der Arien und Ensembles für die Bühne.[1]

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Das Autograph ist erhalten und befindet sich heute in der Morgan Library & Museum in New York, wo es als digitales Faksimile eingesehen werden kann.[2] Diese Art von Quellenzugänglichkeit erinnert daran, dass selbst wenn ein Stück nicht in dem Maße „berühmt“ ist wie Le nozze di Figaro oder Don Giovanni, die Überlieferung dennoch ungewöhnlich unmittelbar sein kann: Mozarts eigene Handschrift bewahrt das dramatische Timing der Szene und die Führung der Gesangslinie.[2]

Text und Komposition

K. 431 ist eine zweiteilige Scena: ein begleitetes Rezitativ (Misero! O sogno) gefolgt von einer Arie (Aura, che intorno spiri).[2] Der tonale Plan ist im Mozarteum-Katalog ausdrücklich angegeben: Es-Dur mit Übergang nach g-Moll (ein markanter Wechsel, der schon emotionale Instabilität signalisiert, bevor man einen Ton gehört hat).[1]

Auch die Besetzung ist klar dokumentiert: Holzbläser (2 Flöten, 2 Fagotte), Blechbläser (2 Hörner) sowie Streicher mit Tenorsolo (Violinen, geteilte Bratschen, Violoncello/Kontrabass).[1] Das ist nicht das karg vom Continuo begleitete Rezitativ der älteren opera seria; vielmehr handelt es sich um eine orchestrale Szene, in der Klangfarbe und Harmonik an der Krise der Figur mitwirken.

Musikalischer Charakter

Als Tenor-Scena steht K. 431 Mozarts Operndenken in den frühen Wiener Jahren nahe: Die Stimme wird als handelnder Protagonist behandelt, nicht bloß als Sänger, der eine „Nummer“ vorträgt. Das begleitete Rezitativ schafft sofort einen theatralischen Raum – zur Musik gesteigerte Rede – und dann weitet die Arie die emotionale Argumentation mit weit ausschwingender Melodik und orchestraler Erwiderung.[2]

Besonders beachtenswert ist, wie ökonomisch Mozart hier operatische Spannung erzeugt. Der im Katalog ausgewiesene Verlauf von Es-Dur nach g-Moll deutet auf eine bewusste Bewegung von strahlender Oberfläche zu innerer Dunkelheit, und das relativ schlank besetzte Orchester (Holzbläser und Hörner ohne Trompeten oder Pauken) hält den Klang flexibel – fähig zu Zartheit wie zu Erregung.[1] Im Kleinen zeigt sich hier Mozarts Gabe, aus einer eigenständigen Vokalszene echtes Drama zu formen: ein konzentrierter „Opernmoment“, der ein Publikum in weniger als zehn Minuten zu überzeugen weiß.

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楽譜

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[1] Internationale Stiftung Mozarteum (KV catalog entry): key scheme, instrumentation, work numbers for K. 431 (K. 425b).

[2] The Morgan Library & Museum: autograph manuscript record and digital access for “Misero! o sogno – Aura, che intorno spiri,” K. 425b/431.