Molto Allegro in G-Dur (Fragment), K. 72a
by Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Molto Allegro in G-Dur (Fragment), K. 72a, stammt aus seiner Italienreise und wird mit Verona im Januar 1770 in Verbindung gebracht, als er vierzehn Jahre alt war. Erhalten sind nur 35 Takte – überliefert, weil sie sorgfältig auf den Notenständer in einem Porträt gemalt wurden – und sie geben einen reizvollen Einblick in den geplanten Beginn einer Sonatensatz-Eröffnung.
Was bekannt ist
Das überlieferte Molto Allegro (K. 72a) ist ein Fragment für Solotasteninstrument in G-Dur, das mit Verona während Mozarts erster Italienreise (1769–70) verknüpft wird. Seine einzige „Quelle“ ist ungewöhnlich: Die Musik hat sich erhalten, weil ein Künstler die Noten auf dem Notenpult des berühmten, von Pietro Lugiati in Auftrag gegebenen Veroneser Porträts mit großer Sorgfalt wiedergegeben hat; die Notation bricht in Takt 35 ab.[1] Mit anderen Worten: Was wir besitzen, ist kein Autograf, sondern eine gemalte Überlieferung eines kurzen Anfangsausschnitts.
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Weil die Belege so indirekt sind, ist Mozarts Autorschaft bisweilen mit Vorsicht beurteilt worden: IMSLP fasst eine wissenschaftliche Sicht zusammen (besonders verbunden mit Daniel Heartz und dem NMA-Herausgeber Wolfgang Plath), wonach der Stil mitunter untypisch für Mozart wirken könne und Vergleiche mit Baldassare Galuppi angeregt habe.[2] Dennoch zirkuliert das Fragment seit langem unter Mozarts Namen und bleibt eng an das Bild des vierzehnjährigen Wunderkinds in Verona gebunden.[1]
Musikalischer Gehalt
Auf dem Blatt (wie im Porträt überliefert) zeigt das Fragment einen zupackenden Molto Allegro-Beginn, der den Auftakt zu einem Sonatensatz nahelegt: eine kompakte Anfangsidee in der Tonika, gefolgt von Passagenwerk, das in eine Fortführung zu drängen scheint – und dann mitten im Verlauf abbricht.[1] Als Torso gehört es in jene Welt, die Mozart 1770 in Italien in sich aufnahm: flüssige galant-Tasteninstrument-Schreibweise, rasche harmonische Bewegung und der rhetorische „Startschuss“ eines konzertant gedachten ersten Satzes – gerade lang genug festgehalten, um einen größeren Plan zu erahnen, bevor der überlieferte Text in Takt 35 abrupt endet.[1]
[1] The Morgan Library & Museum: “Mozart in Verona” (online exhibition entry describing the Verona portrait and noting the Molto Allegro fragment breaks off at measure 35; identifies it as the beginning of a sonata movement).
[2] IMSLP work page for Molto Allegro in G (fragment), K. 72a (summarizes transmission via the Verona portrait and reports scholarly doubts/alternative attribution to Galuppi).




