K. 704

Melodieaufzeichnung in g-Moll (Fragment), K. 704

de Wolfgang Amadeus Mozart

Silverpoint drawing of Mozart by Dora Stock, 1789
Mozart, silverpoint by Dora Stock, 1789 — last authenticated portrait

Mozarts Melodieaufzeichnung in g-Moll (K. 704) ist eine winzige erhaltene Klavierskizze aus dem Jahr 1787, die lediglich eine kurze melodische Idee festhält – keine ausgearbeitete Klavierkomposition.[1] Da Herkunft und ursprünglicher Zusammenhang unklar sind, bietet sie einen flüchtigen Einblick in Mozarts Spätstil im Alter von 31 Jahren – eher eine kompositorische Notiz als ein aufführbares Werk.

Was bekannt ist

Erhalten ist nur ein äußerst kurzes Fragment: eine „Melodieaufzeichnung“ (Melodieaufzeichnung) in g-Moll, katalogisiert als K. 704 und dem Jahr 1787 zugewiesen.[1] Die überlieferte Quelle erlaubt keine sichere Bestimmung einer intendierten größeren Form (etwa eines Menuetts, eines Adagio oder des Beginns eines Sonatensatzes), und weder eine vollständige Fassung noch eine spätere Fortsetzung ist bekannt.[1]

Biografisch fällt die Skizze mit 1787 in Mozarts reife Wiener Jahre und damit in eine Zeit großer Vorhaben sowohl für das Theater als auch für die Kammermusik; am besten versteht man das Fragment als Teil seiner alltäglichen kompositorischen Praxis – als Erproben einer Idee am Klavier, ohne sich auf einen vollen Satz, einen Bass oder einen Formplan festzulegen.

Musikalischer Gehalt

Was geblieben ist, wirkt wie ein einstimmiger melodischer Gedanke für Tasteninstrument: eine knappe Geste in Moll, eher als Phrasenanfang denn als abschließende Kadenz geformt. Sein g-Moll-Profil (mit den für den Modus charakteristischen, implizierten erniedrigten dritten und sechsten Stufen) deutet auf einen ernsten Ausdrucksbereich, doch das Fehlen von Harmonik, Begleitfiguren oder eines klaren Phrasenabschlusses macht jede stilistische Verbindung zu Mozarts anderen g-Moll-Werken zu einer bloßen Vermutung.

[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis entry for K. 704 (“Melodic notation in G minor”).