K. 341

Kyrie in d-Moll, K. 341 (368a)

볼프강 아마데우스 모차르트 작

Silverpoint drawing of Mozart by Dora Stock, 1789
Mozart, silverpoint by Dora Stock, 1789 — last authenticated portrait

Mozarts Kyrie in d-Moll (K. 341) ist eine kompakte, zugleich aber gewichtige, eigenständige Vertonung des Ordinariumstextes: ein vierstimmiger Chor steht einer ungewöhnlich groß besetzten Orchesterapparatur gegenüber. Lange Zeit als isoliertes Fragment betrachtet, lässt es sich am plausibelsten mit Mozarts späten Wiener Interessen an größeren geistlichen Formen verbinden—einem Anspruch, der in mehreren Projekten unvollendet blieb.

Hintergrund und Kontext

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) war 1787 einunddreißig Jahre alt und lebte in Wien, auf dem Höhepunkt seines reifen Stils—jener Jahre, die auch Don Giovanni hervorbrachten und in mehreren Hauptwerken eine Verdüsterung, eine stärker kontrapunktisch geprägte Ernsthaftigkeit erkennen lassen. Das Kyrie in d-Moll, K. 341 (in älteren Katalogen bisweilen mit K. 368a gekoppelt), ist als kurzer, in sich geschlossener Satz überliefert und nicht als Teil einer verlässlich dokumentierten vollständigen Messe.[1]

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Der ursprüngliche liturgische Anlass ist unbekannt; dennoch legen sowohl der Umfang der Besetzung als auch die architektonische Weite des Satzes nahe, dass Mozart über den „schnellen“ Salzburger Kirchenstil hinausdachte.[2] Der Katalog der Internationalen Stiftung Mozarteum verzeichnet ein Autograph mit der Datierung 1787 und dokumentiert zugleich frühe Abschriften aus dem frühen 19. Jahrhundert sowie frühe Drucke, die zur Verbreitung des Werks beitrugen.[1]

Musikalischer Charakter

Das Stück vertont nur den knappen liturgischen Text (Kyrie eleison), verleiht ihm jedoch symphonisches Gewicht. Die Besetzung für gemischten Chor (SATB) und Orchester—darunter je zwei Flöten, Oboen, Klarinetten und Fagotte; vier Hörner; zwei Trompeten; Pauken; Orgel; sowie Streicher—erzeugt eine Klanglichkeit, die eher an Mozarts zeremonielle Schreibweise erinnert als an eine karge Kapellenminiatur.[3]

Innerhalb des Einzelsatzes wechselt Mozart zwischen homophoner chorischer Deklamation (Klangblöcken, die die Bitte unmittelbar und öffentlich wirken lassen) und dichterer kontrapunktischer Arbeit, in der die Textur dringlicher und konzentrierter wird. Die d-Moll-Tonalität, durch Trompeten und Pauken verstärkt, verleiht der Flehentlichkeit ein unverkennbar dramatisches Profil—weniger privates Gebet als kollektive, beinahe theatralische Anrufung—und weist damit auf jene Ausdruckswelt voraus, die Mozart gegen Ende des Jahrzehnts sowohl in geistlichen Fragmenten als auch in großformatigen Konzertwerken erkunden sollte.[3]

[1] International Mozarteum Foundation (Köchel Catalogue Online): KV 341 — Kyrie in D minor (work entry with source/publication notes, including autograph listing).

[2] Bärenreiter (US) product page for the urtext edition (editor Monika Holl), with brief description noting unknown occasion and suggesting a planned large-scale Mass.

[3] IMSLP work page: Kyrie in D minor, K. 341/368a — instrumentation and basic work metadata.