K. 9

Violinsonate Nr. 4 in G-Dur, K. 9

von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart family portrait by Carmontelle, 1764
The Mozart family in Paris, 1763–64 (Carmontelle)

Mozarts Sonate fĂŒr Tasteninstrument mit Violinbegleitung in G-Dur (K. 9) entstand 1764 in Paris, als der Komponist acht Jahre alt war. Das Werk beschließt das kompakte „Pariser Set“ K. 6–9, dessen Bezeichnung bereits das Gleichgewicht der Gattung erkennen lĂ€sst: eine vom Cembalo gefĂŒhrte Sonate, die durch eine Violinstimme bereichert werden kann.

Mozarts Leben zur Entstehungszeit

Im Winter 1763/64 hielt sich Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) im Rahmen der großen Familienreise in Paris auf und nahm den modischen Pariser Stil des Tasteninstruments sowie den florierenden Markt fĂŒr gestochen gedruckte Hausmusik in sich auf.[1] Leopold Mozart berichtete, mehrere der Sonaten des Jungen wĂŒrden in Paris gestochen, und sah bereits die Sensation voraus, die ihre Veröffentlichung und ihre PrĂ€sentation am Hof auslösen wĂŒrden.[1]

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Musikalischer Charakter

K. 9 ist dreisĂ€tzig angelegt—Allegro spirituoso, Andante und ein Menuetto in zwei Teilen—eine „ambitionierte“ mehrsĂ€tzige Anlage fĂŒr einen AchtjĂ€hrigen, zugleich jedoch in einem klaren, galanten Idiom geschrieben, das auf die AuffĂŒhrung im Salon zielt.[2][3] Die Tastenstimme trĂ€gt das Hauptgeschehen; wie bei den anderen Pariser Sonaten bezeichnet sie schon der ursprĂŒngliche französische Titel als Cembalosonaten, die „mit Violinbegleitung“ gespielt werden können, und die Violine fĂ€rbt typischerweise Kadenzen, verstĂ€rkt melodische Konturen und hellt die Textur auf, statt in einen Dialog auf Augenhöhe zu treten.[4] In diesem VerstĂ€ndnis dokumentiert die Sonate eine frĂŒhe Stufe von Mozarts Kammermusikstil: knappe Themen, unkomplizierte harmonische Bewegung und die soziale PraktikabilitĂ€t von Musik, die auch dann ĂŒberzeugend funktioniert, wenn die Violine sich diskret zurĂŒcknimmt.

[1] Mozart & Material Culture (King’s College London): overview of K. 6–9 in Paris, Leopold Mozart letter excerpts (1 and 22 Feb 1764).

[2] IMSLP work page for K. 9: key, year, and movement list (*Allegro spirituoso*, *Andante*, *Menuetto 1 & 2*).

[3] Hyperion Records booklet/notes page (download entry) for the Violin Sonata in G major, K. 9: brief characterization of scale/ambition.

[4] Wikipedia overview of Violin Sonatas K. 6–9: original French title indicating keyboard sonatas with violin accompaniment; Paris context.