K. 486a

Rezitativ und Arie für Sopran: „Basta, vincesti… Ah non lasciarmi, no“ (K. 486a)

par Wolfgang Amadeus Mozart

Miniature portrait of Mozart, 1773
Mozart aged 17, miniature c. 1773 (attr. Knoller)

Mozarts Rezitativ und Arie „Basta, vincesti… Ah non lasciarmi, no“ (K. 486a) in Es-Dur entstand 1778 während seines Mannheimer Aufenthalts und zeigt den 22-jährigen Komponisten dabei, italienische Oper zu einer in sich geschlossenen Konzertszene zu formen. Obwohl das Stück unabhängig von einer vollständig überlieferten Mozart-Oper erhalten ist, fängt sein dramatisches Profil—flehend, blitzwendig und dankbar für die Stimme—die Ausdrucksambitionen seiner Jahre vor Idomeneo ein.

Hintergrund und Kontext

Mozart komponierte die Szene „Basta, vincesti… Ah non lasciarmi, no“ (K. 486a; auch überliefert als K. 295a) 1778 in Mannheim, während der langen und künstlerisch fruchtbaren Reise, die er mit seiner Mutter unternahm. Der Text stammt aus Pietro Metastasios Didone abbandonata und schildert Didos seelische Krise, als Aeneas zum Aufbruch ansetzt—ein Stoff, der seit Langem als eine Art opernhaftes „Paradestück“ unter Komponisten und Sängern kursierte.[2]

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Obwohl das Werk oft als für die Mannheimer Sopranistin Dorothea Wendling geschrieben beschrieben wird, legt die überlieferte Quellenlage für sich genommen keinen Aufführungsanlass fest; mit Sicherheit lässt sich sagen, dass Mozart es als eigenständige dramatische Szene für Sopran und Orchester konzipierte (und nicht als Nummer innerhalb eines vollständig erhaltenen Mozart-Bühnenwerks).[1][3]

Musikalischer Charakter

Die Besetzung wirkt unverkennbar „Mannheim“: Sopran mit einem Orchester, das Paarflöten und -oboen, zwei Hörner in Es sowie Streicher umfasst—Farben, die Mozart erlauben, rasch zwischen inniger Bitte und öffentlicher, bühnenhafter Deklamation zu wechseln.[1] Das Stück entfaltet sich als Opernszene in zwei eng verbundenen Abschnitten: einem eröffnenden Rezitativ, das die Rhetorik zuspitzt (mit orchestraler Beteiligung statt bloß continuoartiger Neutralität), gefolgt von einer Arie, die das Flehen der Figur mit längeren melodischen Bögen und regelmäßigerer Phrasierung trägt.[2]

In diesem kompakten Rahmen—im Konzert etwa sechs bis sieben Minuten—schreibt Mozart für einen Sopran, der sowohl prägnante Textgestaltung als auch weit gespannten Lyrismus beherrscht, und nimmt damit die psychologisch kontinuierlichere Vokalsprache von Idomeneo (1781) vorweg, ohne den gesamten Apparat des Theaters zu benötigen.[1] Kurz: K. 486a lässt sich am besten als konzentrierte Studie opernhafter Überredungskunst hören—eine einzelne Stimme, scharf ausgeleuchtet von Holzbläsern und Hörnern, die versucht—vergeblich—einen unwiderruflichen Abschied aufzuhalten.

[1] IMSLP work page with basic catalog data and instrumentation details for K. 486a/295a (E♭ major; soprano and orchestra).

[2] Boston Baroque program note (Martin Pearlman) on the scena, including Mannheim context and Metastasio source (*Didone abbandonata*).

[3] The Mozartists (product/program text) giving Mannheim date and association with Dorothea Wendling; Metastasio text attribution.