6 Contredanses, K. 462 (K. 448b)
沃尔夫冈·阿马德乌斯·莫扎特

Mozarts 6 Contredanses (K. 462; K⁶ 448b) sind ein kompaktes Bündel orchestraler Tanzstücke, die mit dem Wiener Gesellschaftstanz verbunden waren und später für eine breitere Nutzung im Druck erschienen. In ihrer geläufigsten Gestalt für zwei Oboen, zwei Hörner und Streicher (auffällig ohne Bratschen) gesetzt, zeigen sie, wie Mozart Klarheit, Witz und prägnante instrumentale Farbigkeit in Musik bringen konnte, die—zuallererst—den Körper in Bewegung halten sollte.
Hintergrund und Kontext
Als Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) 1781 in Wien Fuß fasste, kam er in eine Stadt, deren Musikleben sich nicht allein um Opernhäuser und aristokratische Salons drehte. Öffentliche Feste, private Zusammenkünfte und saisonale Bälle verlangten einen unerschöpflichen Vorrat an Gebrauchsmusik—vor allem an Tänzen. Die Contredanse (deutsch: Kontretanz), hervorgegangen aus dem englischen Country Dance und europaweit in Mode, gehörte in diese soziale Welt: flott, klar gegliedert und auf Gruppenfiguren zugeschnitten, nicht auf konzentriertes Zuhören in stiller Andacht.[4]
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Mozarts Tanzmusik wird bisweilen als Randgebiet betrachtet, doch gerade diese Stücke geben einen aufschlussreichen Nahblick auf sein Handwerk. In einer Contredanse kann man sich weder hinter Länge noch hinter Komplexität verstecken; Melodie, Rhythmus und orchestrale Disposition müssen auf der Stelle verständlich sein. Die 6 Contredanses, K. 462, verdienen Aufmerksamkeit, weil sie zeigen, wie Mozart seinen theatralischen Instinkt—rasche Charakterisierung, eindeutige Kadenzen, leuchtende Klangkontraste—auf Miniaturformen anwendet, die in Echtzeit auf dem Tanzboden funktionieren müssen.
Entstehung und Uraufführung
Der Zyklus ist als 6 Country Dances / 6 Contretänze, K. 462 (in der sechsten Auflage des Köchel-Verzeichnisses: K⁶ 448b) katalogisiert. Moderne Nachschlagewerke bringen ihn häufig mit Wien in Verbindung und datieren ihn eher in die Mitte der 1780er Jahre als in das Jahr 1781; IMSLP nennt beispielsweise 1784 als Kompositionsjahr und verweist auf eine frühe Drucküberlieferung, die mit einer von Artaria 1789 herausgegebenen Klavierbearbeitung beginnt.[1]
Wie bei Tanzmusik so oft sind Einzelheiten einer ersten Aufführung schwer zu fassen: Solche Folgen wurden in der Regel für konkrete Anlässe (bei Hof oder im städtischen Rahmen) geschrieben und zirkulierten dann in Bearbeitungen und Druckausgaben, sobald sich ihr praktischer Wert erwiesen hatte. Das Köchel-Verzeichnis der Mozarteum-Stiftung bestätigt die Echtheit des Werks und hält die grundlegenden Besetzungsangaben für die einzelnen Tänze der Sammlung fest.[2] In der Praxis bestand die „Premiere“ dieses Repertoires oft schlicht in seinem ersten Einsatzabend—gespielt von dem Ensemble, das man engagiert hatte, mitten in Gespräch und Bewegung.
Instrumentation
Erhaltene Quellen und Katalogeinträge weisen auf eine kompakte Orchestrierung hin, wie sie für Wiener Contredanses typisch ist—ausgelegt auf klare rhythmische Kontur und unkomplizierte Ausführbarkeit:
- Bläser: 2 Oboen, 2 Hörner
- Streicher: Violinen I & II, Bass (Violoncello/Kontrabass)
Auffällig ist das Fehlen einer Bratschenstimme in der gängigen Besetzung—eine Auslassung, die den Satz erleichtert und den Mittelbereich frei hält, sodass die melodieführende erste Violine (und, durch klangliche Verstärkung, die Oboen) mit besonderer Prägnanz hervortreten kann.[1] Auch die Instrumentationskürzel des Mozarteums für Stücke innerhalb der Sammlung spiegeln diese schlanke Besetzung (Oboen, Hörner, zwei Violinen und Bass) wider.[3]
Das ist „kleines Orchester“ im praktischsten Sinn: genug Farbe, um die einzelnen Nummern einer Folge voneinander abzusetzen, aber nicht so viel, dass die Balance zur Probenfrage wird. Vor allem die Hörner können an Kadenzen festlichen Glanz geben und die Melodie mit einem hellen Halo umspielen, ohne ihr die Spitze streitig zu machen.
Form und musikalischer Charakter
Im Groben bevorzugt die klassische Contredanse kurze, wiederholte Abschnitte, meist im geraden Takt, gegliedert in übersichtliche Vier- und Acht-Takt-Gruppen. Die allgemeine Beschreibung des Mozarteums deckt sich mit dem, was man im Genre häufig hört: Contredanses stehen überwiegend in 2/4 und können sich als Kette von bis zu vier wiederholten Teilen entfalten.[3]
Was Mozarts beste Tanzfolgen auszeichnet, ist nicht Komplexität, sondern Ausarbeitung: das Gefühl, dass jede Nummer einen eigenen Gang und ein eigenes Profil besitzt. Selbst innerhalb enger Grenzen variiert Mozart die Oberflächenrhetorik—ein flinker Auftakt, der wie ein komödiantischer Auftritt wirkt; eine etwas „gesungenere“ Wendung, die zu einer geschmeidigeren Figur einlädt; oder eine Kadenz, die extra funkelt, weil die Bläser genau so eingesetzt sind, wie es die Stelle verlangt.
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Wissenschaftliche Kommentare zum Contredanse-Stil betonen oft, dass erkennbare Typen früh entstanden und lange stabil blieben; diese Vorhersehbarkeit ist keine Schwäche, sondern Teil des gesellschaftlichen Vertrags der Form.[5] Mozart bewegt sich innerhalb dieses Vertrags und schärft zugleich die musikalischen Signale, auf die Tänzer angewiesen sind: kräftige harmonische Rhythmik, klare Phrasenabschlüsse und eine federnde melodische Linie, die sich im Lärm sofort erfassen lässt.
Ein letzter Punkt ist für heutige Hörer wichtig, die K. 462 fern vom Ballsaal begegnen. Hintereinander gehört, funktionieren die sechs Stücke wie eine Galerie von Miniaturen. Ihr Reiz liegt weniger in „Durchführung“ als in der Abfolge: Jede Contredanse richtet eine neue Haltung ein und weicht dann rasch der nächsten—eine Ästhetik, die eher an Nummernfolgen der komischen Oper erinnert als an das symphonische Argument, das Mozart zur selben Zeit in anderen Gattungen vervollkommnete.
Rezeption und Nachwirkung
Die 6 Contredanses, K. 462, sind nie zu einem Repertoirepfeiler geworden wie Mozarts Symphonien oder Konzerte, doch ihr Nachleben ist beständig. Ihre frühe Drucküberlieferung (einschließlich der von IMSLP erwähnten Artaria-Klavierbearbeitung von 1789) spiegelt das breitere spätere 18.-Jahrhundert-Verlangen nach „domestizierten“ Fassungen öffentlicher Musik—Tanzweisen, die fürs Tasteninstrument in bürgerlichen Haushalten umfunktioniert wurden.[1]
Für heutige Ausführende und Programmgestalter bietet K. 462 ein besonders hilfreiches Korrektiv zum romantischen Mythos, Mozart sei nur ein „großer Komponist großer Werke“ gewesen. Wien verlangte Vielseitigkeit: Derselbe Komponist, der mit einem Klavierkonzert glänzen konnte, musste auch Gebrauchsmusik liefern, die ein gesellschaftliches Bedürfnis mit Eleganz und Verlässlichkeit erfüllte. In diesem Licht werden diese Contredanses historisch beredt. Man hört Mozart nicht auf dem zeremoniellen Gipfel, sondern in der täglichen professionellen Praxis—Musik, die schlicht, rhythmisch präzise und doch unverkennbar die seine ist.
[1] IMSLP work page for Mozart: 6 Country Dances / 6 Contretänze, K. 462 (K. 448b) — includes general info, instrumentation details, and publication notes.
[2] Internationale Stiftung Mozarteum (Köchel Verzeichnis): KV 462 — Sechs Kontretänze (work-level catalogue entry).
[3] Internationale Stiftung Mozarteum (Köchel Verzeichnis): KV 462/02 — Contredance No. 19 (sample item entry showing key and instrumentation shorthand used for the set).
[4] Wikipedia overview: “Mozart and dance” — background on contredanse origins and Mozart’s dance-music activity in Vienna.
[5] David Neumeyer (Music Theory Online): article discussing contredanse types; includes an example referencing the melody of Mozart’s Six Contredanses, K. 462.







