K. 442

Drei unzusammenhängende Fragmente für ein Klaviertrio in d-Moll (vollendet von M. Stadler), K. 442

von Wolfgang Amadeus Mozart

Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

Mozarts Drei Triosätze für Klavier, Violine und Violoncello (K. 442) bewahren drei voneinander unabhängige, unvollendete Einfälle, die später durch Ergänzungen von Abbé Maximilian Stadler „aufführbar gemacht“ wurden. Meist mit Wien in der Mitte der 1780er Jahre in Verbindung gebracht, eröffnet das Konvolut einen seltenen Blick auf Mozarts Arbeitstisch: kühne, dunkel timbrierte Kammermusik in d-Moll – jedoch ohne einen zuverlässig rekonstruierbaren ursprünglichen Plan für ein vollständiges Trio.[1]

Was bekannt ist

Drei eigenständige Fragmente für Klaviertrio (Tasteninstrument, Violine, Violoncello) sind unter der gemeinsamen Katalognummer K. 442 überliefert; sie wurden posthum von Abbé Maximilian Stadler (1763–1833) mit ergänzendem Material vervollständigt, einem Musiker, der eng an der Bewahrung und Ordnung von Mozarts Nachlass beteiligt war.[1] Die neuere Kommentarliteratur betont, dass die drei Sätze „nicht zusammengehören“, auch wenn sie offenbar ungefähr derselben Schaffensphase entstammen.[2] Die bisweilen mit K. 442 verknüpfte Datierung Wien/1783 ist daher am ehesten als grobe Annäherung zu verstehen; Papier- und Quellenstudien, wie sie in der Literatur zur Neuen Mozart-Ausgabe angeführt werden, sprechen für spätere Zeitfenster in der mittleren bis späten Dekade der 1780er Jahre (und möglicherweise darüber hinaus) für einzelne Fragmente.[2] In mindestens einem Satz stammt nur der Anfang des Klavierparts von Mozart; der übrige Teil wurde von Stadler ergänzt.[3]

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Musikalischer Gehalt

Das Köchel-Verzeichnis weist K. 442/1 als Allegro-Fragment in d-Moll für Klavier, Violine und Violoncello aus.[1] Als Zyklus in Stadlers Ausarbeitungen gehört, entfalten die überlieferten Seiten einen deutlich dramatischen Kammerton – d-Moll steht bei Mozart im Wien der Zeit häufig für Dringlichkeit und theatralische Spannung –, doch wirkt das Ganze eher wie drei „Anläufe“ als wie eine einzige, durchgeplante Konzeption. Gerade diese Unabgeschlossenheit berührt Mozarts Entwicklung in jener Zeit: In den Wiener Jahren erweiterte er sein kammermusikalisches Idiom zu dichterem Dialog und schärferen Kontrasten; K. 442 bewahrt dieses Experiment jedoch im Zustand des Unterwegsseins – gefiltert durch Stadlers gewissenhafte (und zwangsläufig hypothetische) Vervollständigungsarbeit.[2]

Noten

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[1] Köchel-Verzeichnis entry for KV 442/01–03 (work identification; fragment status; Stadler additions; movement label for KV 442/1).

[2] IMSLP work page for Piano Trio in D minor, K. 442 (notes summarizing scholarship on unrelated movements and proposed dating windows; Stadler completion).

[3] Digital Mozart Edition (New Mozart Edition) PDF for Piano Trios VIII/22/2 (notes on fragmentary trio composition KV 442 and extent of Mozart vs. Stadler hand).